Gesundheitspolitik

Apothekerkammer Hamburg warnt vor Rezeptkameras

Besorgt um Einhaltung des Datenschutzes

Hamburg (lk). Die Apothekerkammer Hamburg weist die Apotheker auf die Notwendigkeit der Einhaltung des Datenschutzes beim Einsatz von Rezeptkameras und Rezeptscannern hin. In einem Rundschreiben an alle Apotheker der Hansestadt heißt es: "Aus gegebenem Anlass bitten wir um Beachtung der datenschutzrechtlichen Verpflichtungen beim Einsatz einer sogenannten Rezeptkamera oder beim Rezeptscanning."

Diese Verfahren würden zur Unterstützung bei der Erkennung fehlerhaft oder unvollständig ausgestellter Rezepte, zur Erfassung der Verordnung für das Warenwirtschaftssystem und der Kundendaten sowie als Unterstützung bei der Rezeptbelieferung (Rabattverträge) eingesetzt, heißt es weiter. Beim Einsatz einer Rezeptkamera bzw. beim Rezeptscanning sei der Datenschutz zu beachten. "Die auf diese Weise erfassten patientenbezogenen Verordnungsdaten dürfen ausschließlich für die sozialrechtlich legitimierten Abrechnungszwecke eingesetzt, auf keinen Fall aber Dritten zugänglich gemacht werden", so Kammergeschäftsführer Dr. Reinhard Hanpft.

Insofern müsse ausgeschlossen sein, dass solche Verordnungsdaten ohne ausdrückliche Freigabe durch den Patienten an Institutionen weitergereicht werden, die diese beispielsweise aus kommerziellen Gründen verarbeiten und/oder auswerten. Gemeint ist hiermit wohl die Weitergabe von Daten aus den Warenwirtschaftssystemen an gewerbsmäßig Daten verarbeitende Unternehmen wie IMS Health oder Insight Health. Datenschützer sehen darin einen Konflikt mit den in Paragraf 203 Strafgesetzbuch geregelten Bestimmungen zur "Verletzung von Privatgeheimnissen".

Schriftliche Bestätigung einfordern

Daher gibt die Apothekerkammer Hamburg folgende Warnung: "Wir raten deswegen dringend an, sich von dem Anbieter der Rezeptkamera schriftlich bestätigen zu lassen, dass damit erfasste Verordnungsdaten ausschließlich in der Apotheke verbleiben bzw. nach Weiterleitung an das Rechenzentrum gelöscht werden."



AZ 2013, Nr. 3, S. 8

Das könnte Sie auch interessieren

Serie zur Datenschutz-Grundverordnung in der Apotheke / Teil 3: Wächter über den Datenschutz: Der Datenschutzbeauftragte

Neue Datenschutzregeln ante portas

"Der Spiegel": Waren VSA und Pharmafakt GFD am Handel mit Rezeptdaten beteiligt?

Illegaler Rezeptdatenhandel?

Datenschutz ist ein unvermeidliches Aufgabengebiet für die Apotheke

Schutz für Sie und Ihre Kunden!

Teil 2: Ist der Datenschutzbeauftragte bald Geschichte?

Sechs Monate DSGVO – ein Zwischenfazit

Serie zur Datenschutz-Grundverordnung in der Apotheke / Teil 2: Die neuen Dokumentations- und Rechenschaftspflichten

Neue Datenschutzregeln ante portas

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.