Gesundheitspolitik

ABDA-KBV-Modell: Umsetzung läuft weiter

In Sachsen üben Hausärzte Kritik am Modell – Vertragspartner bleiben bei ihren Plänen

Berlin (lk). Unbeeindruckt vom ablehnenden Votum der Hausärzte Sachsens gehen die Vorbereitungen zur Umsetzung des Modellprojekts in Sachsen und Thüringen weiter. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Verhandlungspartner die Äußerungen der sächsischen Hausärzte als unnötige "Verunsicherung" kritisiert.

Die Delegiertenversammlung des Sächsischen Hausärzteverbandes hatte sich zuvor in einem Beschluss gegen die Einführung des ABDA-KBV-Modells in Sachsen entschieden.

"Die Äußerungen des Sächsischen Hausarztverbandes können zur Verunsicherung der Ärzte und Patienten führen, die vielleicht auch beabsichtigt sein mag. Damit ist niemandem gedient. Die fünf Partner des Projektes werden deshalb in allen Phasen des Projekts sachlich und fachlich fundiert informieren. Nach der Klärung weiterer grundsätzlicher Fragen wird selbstverständlich eine Diskussion im beratenden Fachausschuss stattfinden", kommentierte Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen, diesen Beschluss – auch im Namen der KV Thüringen, des Sächsischen Apothekerverbandes, des Thüringer Apothekerverbandes und der AOK Plus.

Bedenken beruhen auf Fehlinformation

"Wir können Ihnen bestätigen, dass uns der Sächsische Hausärzteverband aufgefordert hat, unsere Bestrebungen, das ABDA-KBV-Modell in Sachsen als einzigem Bundesland einzuführen, aufzugeben" heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Der "Argwohn" des Sächsischen Hausärzteverbandes gegenüber diesem Modellprojekt beruhe jedoch auf Fehlinformationen: Weder sei Sachsen allein Modellregion (auch Thüringen sei beteiligt), noch lehne die KBV das Projekt ab. Im September 2011 habe es einen Antrag in der KBV-VV gegeben, das im Mai 2011 beschlossene Projekt nicht mehr zu verfolgen. Dieser Antrag sei aber mit 27 zu 10 Stimmen bei 15 Enthaltungen abgelehnt worden.

"Die Befürchtungen des Sächsischen Hausärzteverbandes sind unbegründet. Die Therapiefreiheit der Ärzte bleibt selbstverständlich erhalten, es werden lediglich evidenzbasierte und leitliniengerechte Empfehlungen ausgesprochen. Die Teilnahme ist freiwillig", so die Erklärung.

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