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Apothekenumsatz zum Jahresende stabilisiert

Arzneimittel-Markt 2011: Versandhandel setzt Wachstumskurs fort

BERLIN (lk). Zum Jahresende 2011 hat sich der Umsatz des Apothekenmarktes nach schweren Einbrüchen im Sommer wieder stabilisiert. Im Gesamtjahr 2011 schrumpfte der Umsatz (ApU) aber um knapp ein Prozent. Das geht aus aktuellen Zahlen von IMS Health hervor.

Im Dezember legte der Apothekenumsatz zu Abgabepreisen des Herstellers (ApU) wieder mit kleiner Wachstumsrate von 1,9% zu. Die Anzahl der Packungen war hingegen laut aktuellen Zahlen von IMS Health leicht rückläufig (- 1%). Laut IMS Health betrug der Umsatz des Apothekenmarktes im Dezember 2,2 Mrd. Euro. Die Zahl der abgegebenen Packungen belief sich auf 136 Millionen Stück. Bei der Mengenentwicklung ist wie schon im Vormonat ein Packungsgrößeneffekt zu berücksichtigen, da die Verordnung von rezeptpflichtigen N3-Packungen ansteigt. Dieser Anstieg geht wesentlich auf Rabattverträge zurück.

Der Gesamtumsatz des Apothekenmarktes im vergangenen Jahr schrumpfte leicht um 0,9% auf 25,4 Mrd. Euro. Abgesetzt wurden 1,5 Milliarden Packungen, ein leichtes Minus von 0,2%.

Rx-Absatz stagniert bei "schwarzer Null"

Der Umsatz rezeptpflichtiger Arzneimittel (Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers abzüglich gesetzlicher Herstellerrabatte) erhöhte sich im Dezember um 2,2% auf 1,9 Mrd. Euro. Der Absatz stagnierte bei einer "schwarzen Null" (+ 0,2%) und 62 Millionen Packungen. Im Gesamtjahr 2011 wurden insgesamt Rx-Arzneimittel für 21,4 Mrd. Euro (- 1,2%) abgegeben. Die Zahl der Rx-Packungen legte im selben Zeitraum leicht auf 703 Millionen zu (+ 0,4%).

Der Umsatz rezeptfreier Arzneimittel stagnierte im Dezember 2011 mit 373 Mio. Euro (+ 0,3%). Der Absatz von OTC-Packungen sank um 1,9% auf 75 Millionen Packungen. Von Januar bis Ende Dezember 2011 wurden insgesamt 766 Millionen OTC-Packungen abgegeben (- 0,8%). Der OTC-Umsatz legte hingegen leicht um 0,5% auf vier Milliarden Euro zu.

GKV-Umsatz mit "roter Null"

Die GKV-Ausgaben für Arzneimittel einschließlich Impfstoffen und Testdiagnostika beliefen sich im Dezember 2011 auf 2,6 Mrd. Euro – hier liegt der Apothekenverkaufspreis zugrunde (abzüglich der von Herstellern und Apotheken geleisteten Zwangsrabatte, ohne Berücksichtigung der Einsparungen aus Rabattverträgen). Damit bewegte sich erneut wenig beim Umsatz (- 0,3%). Beim Absatz nach Packungen steht eine "rote Null" mit 60 Millionen Packungen (- 0,8%). Der gesamte GKV-Jahresumsatz (AVP) betrug 2011 30,2 Mrd. Euro (- 2%) bei 683 abgegebenen Packungen (+ 0,5%).


Erhöhter Kassenabschlag verfehlt Einsparziel


Die Apotheker haben das mit der AMNOG-Sparpolitik der Bundesregierung anvisierte Einsparvolumen von 200 Mio. Euro im vergangenen Jahr verfehlt. Nach aktuellen Marktdaten von IMS Health führte der auf 2,05 Euro erhöhte Kassenabschlag im Jahr 2011 zu einer Erhöhung des an die Krankenkassen abzuführenden Zwangsrabattes um 186 Mio. Euro.

Insgesamt beliefen sich die Apothekenrabatte danach von Januar bis Ende Dezember 2011 auf 1,249 Mrd. Euro. Im Jahr 2010 betrug der Apothekenzwangsrabatt noch 1,063 Mrd. Euro. Das ist eine Steigerung von 17,5%.

Erstmals haben der erhöhte Herstellerzwangsrabatt, der heraufgesetzte Apothekenrabatt sowie der zu Beginn des Jahres eingeführte Großhandelsabschlag die drei Milliarden Euro-Marke durchbrochen und dazu geführt, dass allein das GKV-Einsparvolumen seitens dieser Leistungserbringer im gesamten Jahr 3,7 Mrd. Euro betrug.

Weiteres Wachstum beim Versandhandel

Der Versandhandel mit Arzneimitteln hat zum Jahresende 2011 sein Wachstum fortgesetzt. Nach einer zeitweisen Stagnation zur Jahresmitte legte der Umsatz des Versandhandels im Dezember wieder kräftiger um 5,8% zu. Auch im Gesamtjahr konnte der Versandhandel an Boden gewinnen.

OTC legten deutlich zu

OTC-Produkte legten nach aktuellen Zahlen von IMS Health mit einem Umsatzplus von 7,1% im Dezember wieder deutlich zu. Bei Rx-Produkten betrug das Wachstum knapp drei Prozent. Verkauft wurden Rx-Produkte (zu ApU) im Wert von 18 Mio. Euro und OTC-Produkte im Wert von 41 Mio. Euro.

Insgesamt setzte der Versandhandel von Januar bis Ende Dezember 677 Mio. Euro um, ein Plus von 6,1%. Davon entfielen auf OTC-Produkte 473 Mio. Euro (+ 6,8%) und auf Rx-Produkte 204 Mio. Euro (+ 4,5%).



DAZ 2012, Nr. 8, S. 28

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