Aus Kammern und Verbänden

Stress bewältigen – Burnout vorbeugen – gesund bleiben

Qualifizierung zum Präventionsmanager

Zahlreiche Fachapotheker nahmen vom 2. bis 4. Februar im Bayerischen Apothekerhaus in München an einem Aufbaumodul teil, um sich zum Präventionsmanager WIPIG® zu qualifizieren. Themen der Weiterbildung waren "Die Apotheke im Netzwerk Demenz", "Burnout", "Stressprävention", "Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit" sowie der Leistungskatalog "LeiKa".

Angeregte Diskussionen prägten das WIPIG-Seminar in München.
Foto: WIPIG/Schäffer

"Burnout – wo brennt’s denn?" – so machte Prof. Volker Faust auf die noch fehlende offizielle Definition von "Burnout" aufmerksam. Fehlende Anerkennung, Mobbing oder stetig wachsende Verantwortung sind nur wenige von vielen Gründen für das Burnout. Häufig geht auch die Fähigkeit verloren, auf Kunden positiv und verständnisvoll einzugehen. Stellt der Arzt das Leidensbild "Burnout" fest, braucht der Betroffene vor allem Entlastung und Erholung. Zur Prävention sind ein gesunder Lebensstil mit genügend Schlaf, viel Bewegung und gesunder Ernährung, ausgleichende Hobbys und gesellschaftliche Kontakte – beispielsweise auch als ehrenamtliche Tätigkeit – empfehlenswert. Einen weiteren wichtigen Tipp gab Prof. Faust den Teilnehmern abschließend mit auf den Weg: Entspannungstechniken sollte man lernen, bevor man sie braucht!

Im anschließenden Vortrag zum Thema "Stressprävention" von Apothekerin Christina Heigl konnten die Teilnehmer dann auch einfache Entspannungsübungen für Zwischendurch, sogenannte Mikropausen, ausprobieren.

Dr. Jens Schneider stellte Materialien vor, die in Kooperation von WIPIG und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft entstanden sind, und erklärte in einer interaktiven Gesprächsrunde, wie sich Apotheker vor Ort als Berater zum Thema Demenz etablieren können. Wichtig ist eine frühzeitige ärztliche Diagnose. Der Apotheker kann die Angehörigen über die Symptome der verschiedenen Demenzformen aufklären und als Netzwerkpartner weitere Hilfsangebote vermitteln.

Rechnen sich die Angebote?

Die betriebswirtschaftliche Seite der Prävention beleuchteten zwei "Erfinder" des LeiKa, Mathias Arnold vom Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt und Gert Fiedler, in einem sechsstündigen Workshop. Nach der theoretischen Einführung erhielten die Teilnehmer in Gruppen beispielsweise die Aufgabe, einer Firma ein Angebot im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung zu unterbreiten. Im Team wurden verschiedene Angebote konzipiert und mithilfe des LeiKa kalkuliert. Nach einer Stunde präsentierte jede Gruppe ihr Angebot und stellte es zur Diskussion: Was ist gelungen? Was ist weniger empfehlenswert? Ist die Kostenberechnung realistisch, oder hat man vielleicht zu niedrig kalkuliert? Wie geht man damit um, wenn man für die Aktion zehn Personen an verschiedenen Messplätzen benötigt? Fragen über Fragen, auf die die Teilnehmer selbst die Antworten gaben. So wurde der LeiKa während des Workshops von einem Ordner, der im Regal steht, zu einem praktischen Instrument.

Das Aufbaumodul endete mit der Überreichung der Urkunden an die neuen "Präventionsmanager WIPIG® " durch Margit Schlenk, Mitglied des Institutsdirektoriums, und Dr. Helmut Schlager, Geschäftsführer des WIPIG. Die nächsten Kompaktkurse zur Weiterbildung finden ab 1. März in Nürnberg statt. Informationen bei www.wipig.de oder bei der Bayerischen Landesapothekerkammer, Tel. (0 89) 92 62 36.


Karin Schmiedel und Katharina Bertl,
München



DAZ 2012, Nr. 7, S. 95

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