... auch DAZ noch

Jeder 20. Student versucht Hirndoping

Jeder 20. Student wirft Pillen ein, um seine Leistung zu steigern und dem Uni-Stress besser standzuhalten. Weitere fünf Prozent versuchen sich mit Vitaminen, pflanzlichen Substanzen oder Coffein aufzuputschen. Das geht aus einer repräsentativen Untersuchung des HIS-Instituts für Hochschulforschung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hervor.

Besonders verbreitet sei das Hirndoping unter Tiermedizinern (18%) Sportwissenschaftlern (14%) und Humanmedizinern (7%). Ausgewertet wurden die Angaben von knapp 8000 Studierenden. Die Erhebung erfolgte von Dezember 2010 bis Januar 2011. An ihr beteiligten sich nach Forscherangaben 31 Prozent der Mitglieder des Online-Forums Hisbus. Es umfasst einen festen Stamm an Studierenden, die regelmäßig befragt werden.

Die Studenten beziehen die Schmerz-, Beruhigungs- oder Aufputschmittel von Freunden, illegal über Internet-Apotheken oder lassen sie sich vom Arzt verschreiben. Hirndoping sei unter Studenten insgesamt nicht weiter verbreitet als in der Gesamtbevölkerung, betont Studienautorin Elke Middendorff. Auffällig sei allerdings, dass ältere angehende Akademiker, die möglicherweise bereits in Prüfungen gescheitert sind, überdurchschnittlich häufig zu Medikamenten oder Cannabis greifen. Zwölf Prozent der 28- bis 29-Jährigen haben der Studie zufolge Erfahrung mit Hirndoping.


dpa/ral



DAZ 2012, Nr. 5, S. 138