Prisma

Höhlenbakterien für die Antibiotikaproduktion

Deutschen Wissenschaftlern ist es gelungen, Antibiotika-produzierende Höhlenbakterien derart zu verändern, dass sie eine noch aktivere Form des Antibiotikums bilden.

Foto: Carcagni

Infektionen mit Antibiotika-resistenten Keimen wie MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) stellen ein großes Problem in Krankenhäusern dar. Wissenschaftler sind daher ständig auf der Suche nach neuen wirksamen Antibiotika. Ein derartiges Antibiotikum ist Cervimycin. Es wurde ursprünglich in Bakterien entdeckt, die sich auf steinzeitlichen Höhlenmalereien der italienischen Grotta dei Cervi angesiedelt hatten. Ein Forscherteam aus Jena fand nun heraus, dass Bakterien, denen das CerJ-Enzym fehlt, eine noch aktivere Variante dieses Antibiotikums, das sogenannte Cervimycin K, produzieren. Die Wissenschaftler haben damit eine Möglichkeit gefunden, mit biotechnologischen Methoden die bislang aktivste Form des Antibiotikums nachhaltig zu produzieren. Auf chemischem Weg war die Herstellung dieses Wirkstoffs nicht praktikabel.


ral


Quelle: Bretschneider, T. et al.: Nature Chem. Biol. 2012; 8: 154 – 161



DAZ 2012, Nr. 5, S. 6