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CDU lässt Busse rollen

BERLIN (lk). Die CDU-Basis kann sich offenbar mit der Idee rollender Apothekenbusse anfreunden. Nach ausführlicher Diskussion des Leitantrages des CDU-Vorstandes für den anstehenden 25. Parteitag der Christdemokraten vom 3. bis 5. Dezember in Hannover gibt es weder ein Nein noch Änderungsanträge zu diesem Punkt. Damit dürfte der CDU-Parteitag der Passage zustimmen und den Weg für Apothekenbusse programmatisch frei machen.

Im Vorfeld von Parteitagen wird der Leitantrag in den Orts-, Kreis- und Landesorganisationen der CDU diskutiert. Gegebenenfalls werden Änderungsanträge zu einzelnen Inhalten formuliert. Jetzt liegt das Antragspaket zum kommenden CDU-Parteitag vor. Darin findet sich kein Antrag zum "Apothekenbus" – weder ein Nein noch Änderungswünsche oder eine Konkretisierung. Damit zeichnet sich ab, dass dieser Vorschlag von den Delegierten mit breiter Mehrheit verabschiedet wird.

Der CDU-Bundesvorstand hatte sich im Leitantrag dafür ausgesprochen, neben Vor-Ort-Apotheken und Versandhandel künftig über Land fahrende Apothekenbusse zuzulassen. Zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung auf dem Land befürwortete die CDU-Führung einschließlich Kanzlerin Angela Merkel "rollende" Apotheken als mobile Lösungen.

Auf DAZ.online-Nachfrage hatte die CDU-Parteizentrale ihren Vorschlag wie folgt erläutert: Die CDU Deutschlands reagiere auf den demografischen Wandel in strukturschwachen ländlichen Gebieten. Die Daseinsvorsorge müsse gerade in diesen dünn besiedelten Regionen gesichert werden. "Wir wollen, dass die ländlichen Räume trotz Bevölkerungsrückgang und einer veränderten Altersstruktur lebenswert [...] bleiben. Wir wollen eine gleichwertige Versorgung mit Arzneimitteln [...] und eine qualifizierte Beratung durch Apotheker/innen vor Ort. Eine Möglichkeit ist, verstärkt auf mobile Lösungen zu setzen. Dabei werden neben Bringdiensten auch neue Konzepte wie die mobile/rollende Apotheke als eine Möglichkeit gesehen, dies sicherzustellen."



DAZ 2012, Nr. 47, S. 20