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Examensfeier in Münster

Universität verabschiedet 55 junge Pharmazeuten

Wieder einmal war es soweit: 55 stolze Pharmazeutinnnen und Pharmazeuten erhielten am 20. Oktober ihre Zeugnisse der 2. Pharmazeutischen Prüfung und wurden von der Universität Münster verabschiedet. Bei strahlend schönem Herbstwetter hatte sich eine stattliche Anzahl an Eltern, Großeltern, Verwandten und Freunde eingefunden, um diesen besonderen Anlass gebührend zu feiern. Traditionsgemäß fand unmittelbar vor der Feier ein ökumenischer Gottesdienst für die Absolventen statt. Auch hierin zeigte sich ein gutes Stück Dankbarkeit für die Studienzeit und das Erreichte.
Abschied von der Uni Münster: 55 Absolventen haben ihr Studium erfolgreich hinter sich gebracht. Foto: Uni Muenster

Nach dem obligaten Gruppenfoto vor dem Pharmazeutischen Institut (aufgrund der vielen Absolventen mit Weitwinkelobjektiv) begann der Festakt im großen Hörsaal des Instituts für Pharmazeutische und Medizinische Chemie (wohl zum letzten Mal, da ab Januar das neue Institutsgebäude bezogen wird).

Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Prof. Andreas Hensel, begrüßte die ca. 380 Gäste und zeigte kurz auf, dass im Prüfungsjahr 2011/12 insgesamt 125 Zeugnisse für die erfolgreiche Absolvierung des 2. Staatsexamens überreicht werden konnten. Dies zeigt die sehr gut Performance und Leistungsfähigkeit der Pharmazie in Münster hinsichtlich der Lehre.

Der Dekan des Fachbereiches Chemie und Pharmazie, Prof. Jan Bart Ravoo, beglückwünschte die erfolgreichen Absolventen und sagte, dass nur durch eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung größere Ziele langfristig erreicht werden können. Er verwies auf die diesjährigen Nobelpreisträger für Chemie, bei denen insbesondere der lange Atem über mehrere Dekaden hinweg zu den Spitzenleistungen führte, aber das im Studium Erlernte doch die Grundlage des Erfolges war.

Pharmazie im Alltag

Im Festvortrag zum Thema "Pharmazie oder Lernen fürs Leben?" legte Prof. Klaus Langer, Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie, spannend, unterhaltsam und lehrreich dar, dass das Pharmaziestudium nicht nur fachspezifische Aspekte bietet, sondern auch im täglichen Leben weiterhilft. So fragte er: Warum ist ein Brötchen braun, und warum dürfen Tabletten solche Bräunungen nicht aufweisen? Es liegt an der Maillard-Reaktion, durch die sich Melanoide bilden. Wer das weiß, kann die Rezepturen für Tabletten optimieren, aber auch bestimmte Eigenschaften der täglichen Nahrung besser verstehen. Weitere Fragen: Was sind die Gemeinsamkeiten zwischen Schokolade und feindispersen Suspensionen? Wie stellt der Pharmazeut optimale W/O-Emulsionen her, und was haben diese mit Sauce Hollandaise gemeinsam? Warum schmeckt selbstgemachte Sauce Hollandaise lecker, während entsprechende Instantprodukte zwar stabile Emulsionssysteme, aber geschmacklich wenig attraktiv sind? Wer gern Wein oder Bier trinkt, kann nach einem Pharmaziestudium die Kinetik des aufgenommenen Alkohols besser berechnen, verstehen und steuern und weiß außerdem, dass proteinreiche Mahlzeiten dem Schwips besser vorbeugen als fettreiches Essen.

Allen Absolventen war nach dem Festvortrag klar: Wir Pharmazeuten haben (trotz aller Widrigkeiten mit Krankenkassen, Politik usw.) einen tollen Beruf. Wir nützen den Patienten, der Gesellschaft und auch uns selbst, weil wir vieles im Alltag einfach besser verstehen und erklären können.


Steffen Dirks, Bastian Raudzus und Johannes von Einsiedel (von links) mit den Studienpreisen der Apotheker-Stiftung Westfalen-Lippe, überreicht von Frau Sandra Potthast. Foto: Uni Münster

Viermal Traumnote 1,0

Anschließend gratulierte Frau Sandra Potthast, Vorstandmitglied der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, den Absolventen und stimmte sie auf das Praktikum in der Apotheke ein; dabei vermittelte sie ihnen auch, dass Pharmazeuten dringend gebraucht werden und dass es sich lohnt, diesen Beruf mit Freude und Elan auszuüben. Darauf überreichte Frau Potthast die Studienpreise der Apotheker-Stiftung Westfalen-Lippe an vier Personen, die mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen haben:

Steffen Dirks, Johannes von Einsiedel, Bastian Raudzus und Birgit Oberdrevermann (leider verhindert). Sie erhielten eine Einladung zu einem Pharmacon-Kongress in Meran oder Davos mit Erstattung der Reisekosten.

Höhepunkt des Festaktes war danach die Übergabe der Zeugnisse durch Prof. Hensel, der die gute Notenstruktur und den hohen Output der Pharmazie in Münster betonte.

Neues PharMSchool-Konzept

In einer launigen Präsentation erinnerte der Absolvent Christian Wessels noch einmal an die schönen und unterhaltsamen Seiten des gemeinsamen Pharmaziestudiums, aber auch an den ständigen Druck in Praktika und Seminaren sowie vor Prüfungen. Es sei insgesamt eine tolle Zeit gewesen. Allerdings äußerte Wessels auch seine Meinung, dass große Teile des Hauptstudiums zu weit entfernt von der pharmazeutischen Praxis sind. Diese Meinung wird sicher im Professorenkollegium zu diskutieren sein; zudem soll das neuartige PharMSchool-Konzept, das am 1. 10. 2012 aus dem Bund-Länder-Programm für exzellente Lehre an der Universität Münster etabliert wurde, das Hauptstudium Pharmazie noch attraktiver und innovativer gestalten.

Der Festakt klang mit einem fröhlichen und geselligen Umtrunk bei Schnittchen und diversen Kulinaria aus. Die Pharmazie Münster – Zentrum für Arzneimittelwissenschaften – wünscht den Absolventinnen und Absolventen weiterhin alles Gute in Beruf und Privatleben, verbunden mit dem Wunsch, dass sie nicht mehr losgelassen werden von den packenden Aspekten rund um das Arzneimittel!


Prof. Dr. A. Hensel



DAZ 2012, Nr. 43, S. 86

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