DAZ aktuell

ABDA-KBV-Modellprojekt rollt wieder an

Termin mit AOK Plus für Ende November/Anfang Dezember geplant

BERLIN (lk). Es tut sich wieder etwas in Sachen "ABDA-KBV-Konzept". Nachdem im Streit um die Ärztehonorierung ein Kompromiss gefunden wurde, kommen auch die Gespräche über das ABDA-KBV-Modellprojekt mit der AOK Plus in Sachsen und Thüringen allmählich wieder in Gang. Derzeit suchen die beteiligten Apothekerverbände und -kammern, die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen und die AOK Plus nach einem neuen Termin Ende November/Anfang Dezember. Bei diesem Termin soll dann die Entscheidung über ein Eckpunktepapier fallen.

Wegen des Honorarstreits zwischen Ärzten und gesetzlichen Krankenkassen waren die für die letzte Septemberwoche geplanten Termine kurzfristig abgesagt worden. Seitdem herrschte Funkstille zwischen Apothekern, Ärzten und AOK Plus zum ABDA-KBV-Modellprojekt in Sachsen und Thüringen. Das soll sich nun wieder ändern und es wird nach einem neuen Termin für ein Gespräch gesucht, in dessen Rahmen ein Eckpunktepapier erstellt werden soll. In diesem Eckpunktepapier sollen die Aufgabenverteilung zwischen den Beteiligten besiegelt und die Kostenfragen für die Umsetzung geregelt werden. Ob die Terminverschiebung den ursprünglich für Mitte 2013 geplanten Start des ABDA-KBV-Modellprojekts erneut verzögern wird, ist noch unklar.

Im Berliner Apothekerhaus laufen die Vorbereitungen unverändert weiter. Die ABDA hat federführend die Ausarbeitung der Wirkstoffverordnung übernommen. In Abstimmung mit der AOK Plus sollen 180 bis 200 Wirkstoffe in einer Liste zusammengestellt werden, die als Grundlage für die Richtgrößenvereinbarung mit den Kassenärzten dient. Die KBV erstellt daraus den Medikationskatalog, ebenfalls in enger Abstimmung mit der AOK Plus. Der Katalog soll die Rabattvertragssituation der AOK Plus abbilden. Schließlich erwartet die AOK Plus vom Modellprojekt eine deutliche Erhöhung ihrer Rabattquote mit entsprechenden Einsparungen. In Sachsen und Thüringen wird bundesweit am häufigsten die Aut-Idem-Substitution ausgeschlossen.

Im Gegenzug sollen die am Modellprojekt teilnehmenden Ärzte von der Richtgrößenprüfung freigestellt werden. Es droht damit kein Regress mehr. Die teilnehmenden Apotheker sollen anhand des Wirkstoff- und Medikationskataloges für die AOK-Plus-Patienten die Auswahl des rabattierten Arzneimittels übernehmen.



DAZ 2012, Nr. 43, S. 18