DAZ aktuell

Mutter-Kind-Sterblichkeit bekämpfen

Apotheker helfen e.V. eröffnet Krankenstation in Dakar

MÜNCHEN (ah/ral). Mitte Januar eröffnete Dr. Gerhard Gensthaler, Geschäftsführer von Apotheker helfen e.V., eine Mutter-Kind-Station in Toubab Diallaw in der Nähe von Dakar im Senegal. Gemeinsam mit der Münchner Organisation Infa Internationale Familienhilfe, der Deutschen Botschaft in Dakar und mit der Unterstützung der senegalesischen Lokalbehörden sei damit ein wichtiger Schritt für die Gesundheitsversorgung von schwangeren Frauen, jungen Müttern und Neugeborenen in der Region gelungen, so der Verein in einer Pressemitteilung.
Eröffnungsfeier Mitte Januar eröffnete Apotheker helfen e.V. eine Mutter-Kind-Station im Senegal. v. l.: Dr. Gerd Gensthaler (Apotheker helfen e. V.), Michaela Müller (Infa Internationale Familien- hilfe) und ein Bezirksvertreter der Gesundheitsbehörde.
Foto: Apotheker helfen e.V.

"In Toubab Diallaw waren viele Kleinkinder krank. Sie konnten nicht versorgt werden und sind wegen fehlender medizinischer Versorgung gestorben. Auch für die werdenden Mütter sind Schwangerschaft und Geburt oft mit einem hohen Risiko verbunden. Das ist eine Situation, wie man sie sich in Deutschland kaum vorstellen kann", berichtet Dr. Gensthaler, der bereits vor fünf Jahren auf die Situation in dem Küstenort aufmerksam wurde. "Wir hatten Glück: Der Rohbau für die Krankenstation stand bereits. Wir haben das Gebäude nun fertiggestellt und eingerichtet. Als Gegenleistung garantiert die Gemeinde die Bezahlung des Personals."

Über 20 Monate hinweg stand Apotheker helfen e. V. mit einem senegalesischen Architekten und dem Ansprechpartner in Toubab Diallaw, Moktar Sonko, in Kontakt. Gensthaler: "Wir schickten Baupläne hin und her, diskutierten über eine pragmatische Aufteilung der Räume und die optimalen Hygiene-Bedingungen in der Krankenstation. Außerdem mussten wir eine passende Hebamme finden, die auch Erfahrung im Umgang und mit der Lagerung von Arzneimitteln hat." Das Resultat der gemeinsamen Bemühungen ist eine moderne Einrichtung, die etwa zehn Frauen stationär zur Entbindung aufnehmen und ambulant bis zu 50 Frauen täglich betreuen kann.

Die Mutter-Kind-Station umfasst Lager- und Büroräume, mehrere Behandlungszimmer, einen Kreißsaal, eine kleine Apotheke sowie Wohnräume für die Hebamme und ihre beiden Assistentinnen. Für Planung, Bau und Einrichtung investierte Apotheker helfen e.V. rund 50.000 Euro. "Damit die Station voll einsatzfähig ist, werden wir noch einmal bis zu 10.000 Euro für Arzneimittel, Verbandsmaterial und medizinische Hilfsgüter zur Verfügung stellen", so Gensthaler. Bei der künftigen Versorgung der Station mit Material hofft der Apotheker auch auf die Unterstützung der Deutschen Botschaft in Dakar, die das Projekt engmaschig verfolgt und unterstützt hat.

Die Gemeinde ist nun hoffnungsvoll, dass durch die verbesserte medizinische Versorgung die Mutter-Kind-Sterblichkeit in Toubab Diallaw deutlich zurückgehen wird. "Die Hilfsorganisationen und ihre Partner haben den Grundstein dafür gelegt. Nun ist es an uns, den reibungslosen Betrieb der Mutter-Kind-Station auch nachhaltig sicherzustellen", sagte der Gemeinde-Vorsitzende und dankte den Apothekern in Deutschland.

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DAZ 2012, Nr. 4, S. 44