Prisma

Mit Sauerstoff und Licht zu Artemisinin

Max-Planck-Forscher und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin haben einen Weg gefunden, um den Malaria-Wirkstoff Artemisinin künftig preisgünstig in großen Mengen herzustellen.

Foto: Peter H. Seeberger

Artemisinin konnte bislang nur aus dem vor allem in China und Vietnam wachsenden Einjährigen Beifuß isoliert werden, was den Malariawirkstoff entsprechend teuer machte. Deutsche Wissenschaftler haben nun einen einfacheren Weg gefunden. Sie verwenden als Ausgangsstoff Artemisininsäure – eine Substanz, die bei der Isolierung von Artemisinin als bislang ungenutztes Nebenprodukt anfiel, und zwar in der zehnfachen Menge des Wirkstoffs. Zudem lässt sich Artemisininsäure leicht in gentechnisch veränderter Hefe erzeugen. In einem einzigen Schritt wandeln die Wissenschaftler mit einem fotochemischen Verfahren Artemisininsäure in Artemisinin um. Sie entwickelten dafür einen Fotoreaktor, der es erlaubt, "große Mengen sehr kontrolliert herzustellen". Die Forscher gehen davon aus, dass 800 ihrer Reaktoren ausreichen würden, um den weltweiten Bedarf an Artemisinin zu decken. Sie schätzen, dass die neue Synthese in etwa sechs Monaten in die technische Anwendung gelangen könnte.


ral


Quelle: Mitteilung des MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung



DAZ 2012, Nr. 4, S. 6

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