DAZ aktuell

NRW: Info-Kampagne auf der Straße

Dialog suchen, Vorurteile abbauen

DÜSSELDORF (ks). Die Apothekerkammern und -verbände in Nordrhein-Westfalen setzen auf das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Am 24. September haben sie ihre Kampagne unter dem Motto "Apotheken-Honorar auf den Punkt gebracht. Hätten Sie es gewusst?" auf dem Heinrich-Heine-Platz in Düsseldorf gestartet. Weitere Städte sollen folgen.
Für Gespräche bereit (v.l.) Lutz Engelen, Gabriele Regina Overwiening und Thomas Preis bei der Informationskampagne der Apothekerkammern und -verbände in Nordrhein-Westfalen. Foto: AKWL

"Ziel unserer Aktion ist es, die Bevölkerung zu informieren und über die tatsächliche Vergütung unseres Berufes sachlich aufzuklären", erklärte Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, die Aktion. Schließlich bedeute Apotheke heute "Betrieb zu den Kosten von 2012 mit dem Honorar von 2004". Daher, so Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, müsse es "niemanden mehr überraschen, dass in Nordrhein-Westfalen allein im ersten Halbjahr 2012 auf eine Apotheken-Neugründung fast fünf Schließungen kommen". Auf Dauer sei die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung, insbesondere in ländlichen Gebieten, gefährdet.

Mögliche Vorurteile abbauen

Die von der Politik nun beschlossene Honorarerhöhung sei zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, unterstreichen die Standesvertreter. Sie reiche aber bei Weitem nicht. Daher suchen die Apotheker nun an Informationsständen in nordrhein-westfälischen Innenstädten den Dialog mit den Passanten. Die Aktion, die ein Frage-und-Antwort-Spiel beinhaltet, soll mögliche Vorurteile in der breiten Bevölkerung abbauen. Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein rechnet vor: "Für nicht einmal 2,4 Prozent der Gesamtausgaben der Krankenkassen sind wir für die Patienten da – an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag." Zahlen, die den meisten Bürgerinnen und Bürgern so nicht bewusst sein dürften.

Nach dem Start in Düsseldorf soll die Informationskampagne in den kommenden Wochen in weiteren Städten – zum Beispiel Bonn, Dortmund, Köln und Münster – fortgesetzt werden.



DAZ 2012, Nr. 39, S. 25