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Rabattvertrag für Metoprolol läuft zum Jahresende aus

AOK und Betapharm: Exklusivität entfällt für vier weitere Rabattverträge

BERLIN (ks). Betapharm wird AOK-Versicherte ab Oktober nicht mehr mit sämtlichen unter Rabattvertrag stehenden Arzneimitteln exklusiv versorgen. Der Vertrag über Metoprolol wird darüber hinaus frühzeitig – und zwar zum Jahresende – beendet. Darauf haben sich nach Auskunft des Verhandlungsführer der AOK-Gemeinschaft für die Rabattverträge, Dr. Christopher Hermann, beide Seiten verständigt.

Schon im Juli hatten die AOK und Betapharm angekündigt, die Metoprolol-Rabattverträge vorzeitig auslaufen zu lassen. Nun wurde eine entsprechende Vergleichsvereinbarung abgeschlossen. Der Pharmahersteller und die Kasse einigten sich, die in den Arzneimittelrabattverträgen enthaltene Exklusivitätsklausel über vier Wirkstoffe zum 1. Oktober 2012 aufzuheben. Betroffen sind die Bluthochdrucksenker Metoprolol, Metoprolol+Hy-drochlorothiazid und Spironolacton sowie das gegen Sodbrennen eingesetzte Ranitidin. Für diese vier Substanzen hatte die AOK-Gemeinschaft in ihrer sechsten Ausschreibungs-Tranche Rabattverträge mit Betapharm geschlossen. Diese Rabattverträge enden zum 31. Mai 2013 und laufen – abgesehen von dem für Metoprolol – auch weiter. Zum Wirkstoff Metoprolol ist dagegen ein Vertragsende zum 31. Dezember 2012 vereinbart. Bei den Wirkstoffen Metoprolol, Metoprolol+Hydrochlorothiazid, Ranitidin ist Betapharm derzeit alleiniger Vertragspartner der AOK. Bei Spironolacton ist es die Bietergemeinschaft Betapharm/Riemser.

Bei Metoprolol gab es bereits zu Start der Rabattverträge erhebliche Schwierigkeiten. Betapharm war hier zunächst nicht lieferfähig – dies sorgte im letzten Sommer bekanntlich für viel Ärger in den Apotheken. Nun ist der Wirkstoff in der neunten AOK-Ausschreibungsrunde wieder enthalten. Für diese Tranche sollen die neuen Rabattverträge zum 1. Januar 2013 anlaufen.

Die drei anderen Wirkstoffe werden laut Hermann voraussichtlich in der zehnten Tranche erneut ausgeschrieben. Deren Start ist für den 1. Juni 2013 geplant. Bis dahin biete der Wettbewerb im Generika-Markt ausreichend Möglichkeiten, auf andere Anbieter zu wechseln. "Es wird also für die Patienten keine Versorgungslücke bei diesen Wirkstoffen entstehen", so Herrmann.

Über Details der Vergleichsvereinbarung haben Betapharm und AOK Stillschweigen vereinbart. Die bestehenden Verträge mit Betapharm über zehn weitere Wirkstoffe bleiben jedoch von ihr unberührt.



DAZ 2012, Nr. 37, S. 36