Arzneimittel und Therapie

Kurz gemeldet: Arrhythmien unter Domperidon | Gestörter Riechsinn bei Mäusen repariert | FDA: Linaclotid bei chronischer Obstipation

Arrhythmien unter Domperidon

Studien zeigen, dass die Einnahme des Prokinetikums Domperidon mit einem gering erhöhten Risiko für schwerwiegende ventrikuläre Herzrhythmusstörungen und plötzlichen Herztod assoziiert ist. Domperidon sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis (nicht über 30 mg täglich) und nicht gleichzeitig mit Medikamenten verordnet werden, die zu einer QT-Verlängerung führen. Darauf weist die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hin.



Gestörter Riechsinn bei Mäusen repariert

Die angeborene Geruchsblindheit Ciliopathie konnte im Tierversuch mit einer Gentherapie geheilt werden. Der Nature Medicine zufolge konnten Mäuse 24 Stunden nach der Behandlung wieder riechen. Das intakte Ersatzgen wurde mit Adenoviren als Genfähren eingeschleust. Die Viren wurden mit einem Nasenspray den Mäusen verabreicht, bei denen das Gen IFT88 mutiert ist. Dieses Gen ist auch bei vielen Menschen mit Ciliopathie defekt.



FDA: Linaclotid bei chronischer Obstipation

In den USA wurde als ein neuer Therapieansatz Linaclotid (Linzess®) für die Behandlung von Patienten mit chronischer idiopathischer Obstipation und mit Reizdarmsyndrom mit Obstipation zugelassen. Das oral applizierbare Peptid, besteht aus 14 Aminosäuren, wird kaum resorbiert und wirkt vor allem im Darm. Der Agonist des Guanylat-C-Rezeptors greift direkt an den Rezeptoren im Darmlumen an und führt zu einer Erhöhung der intrazellulären cGMP-Konzentration. Dadurch wird die Sekretion von Chlorid und Hydrogencarbonat in das Darmlumen stimuliert und das Flüssigkeitsvolumen im Darm erhöht.



DAZ 2012, Nr. 36, S. 48