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Depressionen lassen das Gehirn schrumpfen

Depressionen lassen Hirnareale im präfrontalen Cortex schrumpfen, wie nun bei Ratten bestätigt wurde. Daran beteiligt ist ein Steuergen, das die Bildung von Synapsen hemmt.

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Im Rahmen der von einem Team um Ronald Duman, Yale Universität, durchgeführten Studie wurden Ratten an ihrem natürlichen Bewegungsdrang gehindert. Über einen längeren Zeitraum entwickelten diese Tiere eine schwere Depression. Sichtbar wurde dies durch eine Verkleinerung der Hirnzellen und eine Verminderung der Anzahl an Nervenverbindungen im präfrontalen Cortex. Ausgehend von dem Befund untersuchten die Forscher das Gehirn von Verstorbenen mit Major Depression. Sie fanden heraus, dass die Zellen der betroffenen Hirnareale fünf Gene vermindert ablesen. Die fünf Erbanlagen sind für die Funktion und Struktur von Hirnsynapsen verantwortlich. Gesteuert werden sie von einem Transkriptionsfaktor, den die Wissenschaftler GATA1 nennen. Wurde dieser Kontrollfaktor im Tierversuch künstlich angeregt, blockierte er die Expression der fünf Gene und die Tiere entwickelten eine schwere Depression. In folgenden Studien muss nun geklärt werden, ob sich die Erkenntnis medizinisch nutzen lässt.


sk


Quelle: Duman, R.S. et al.: Nature Med., Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1038/nm.2886



DAZ 2012, Nr. 34, S. 6

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