Aus der Hochschule

Pharmaziestudium und was danach?

Exkursion Würzburger Studenten zu Novartis Pharma

Die meisten Pharmaziestudierenden haben zu Beginn ihres Studiums die Vorstellung, dass sie in der Offizin arbeiten werden. Erste Einblicke in dieses Arbeitsfeld gewährt die achtwöchige Famulatur, die man in der Apotheke, aber auch in anderen Bereichen absolvieren kann. Dabei schärft sich bei dem ein oder anderen schon der Blick für Arbeitsbereiche in der Forschung, der Krankenhauspharmazie oder auch in der Industrie. Aber welche Arbeitsfelder sind für den Apotheker in der pharmazeutischen Industrie zugängig?
Würzburger Pharmaziestudenten informierten sich bei Novartis Pharma in Nürnberg über die Berufs- und Qualifikationsmöglichkeiten nach dem Studium. Foto: U. Holzgrabe

Genau in diese Wissenslücke stieß die Exkursion der Würzburger Pharmaziestudierenden zu Novartis Pharma in Nürnberg. Dabei standen nicht die offensichtlichen Bereiche der Pharmazeutischen Technologie und Wirkstoffanalytik im Mittelpunkt, sondern Qualitätssicherung außerhalb der Produktionsprozesse, Arzneimittelzulassung, Arzneimittelsicherheit und Klinische Forschung. Überall hier ist der Apotheker nur schwer durch Biologen, Mediziner und Chemiker zu ersetzen, das heißt er wird händeringend von der pharmazeutischen Industrie gesucht, denn er bringt aufgrund der heutigen Ausbildung, die nicht nur die Kernfächer Pharmazeutische Chemie, Biologie, Technologie und Pharmakologie, sondern auch Klinische Pharmazie umfasst, die notwendigen Kenntnisse mit, wenn es z. B. darum geht als Medical Advisor Klinische Studien zu initiieren und zu organisieren, als Clinical Research Associate bei Studien mit Ärzten und Studienzentren zu sprechen, oder in der MedWiss-Abteilung die alltäglichen Fragen und Nöte von Patienten und Ärzten aufzunehmen, zu beantworten und gegebenen-falls auch in allgemeingültigen Empfehlungen niederzuschreiben.

Kann man nach dem Studium direkt in allen diesen Bereichen arbeiten? Gibt es zusätzliche Qualifikationsmöglichkeiten? Wann ist die Industrie an mir interessiert? Alle diese Fragen wurden im Plenum, in kleinen Gruppen und individuell mit den Studenten und den Referenten, die ihre Bereiche vorgestellt haben, diskutiert.

Wer in der Zulassung arbeiten will, wird auf Firmenkosten zu dem Masterstudiengang „Drug Regulatory Affairs“ nach Bonn geschickt. Ansonsten zählen Promotion, Auslandsaufenthalt oder auch andere Weiterqualifizierungen. Aber auch ohne dies kann man den Einstieg finden.

Die Studenten waren erstaunt über ihre Möglichkeiten und äußerten am Ende des Tages die Hoffnung und den Wunsch, dass jeder die Möglichkeit zu einem solch informativen Industriebesuch haben sollte.


Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, Würzburg, und
Dr. Mathias Muth, Klinische Forschung, Novartis Pharma



DAZ 2012, Nr. 32, S. 74

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