... auch DAZ noch

Nur noch 12,9 Prozent zuzahlungsfrei

Viele Apothekenkunden könnten jetzt zu Monatsbeginn unangenehme Überraschungen erleben, wenn sie ihr Rezept einlösen. Möglicherweise müssen sie plötzlich eine Zuzahlung leisten, die zuvor nicht fällig wurde – oder ihre Zuzahlung ist höher als bislang. Denn wie der Deutsche Apothekerverband (DAV) mitteilte, ist der Anteil der zuzahlungsfreien Arzneimittel, deren Preis mindestens 30 Prozent unter dem Festbetrag liegt, zum 1. Juli auf 12,9 Prozent gesunken.

Änderungen zum 1. Juli bedingen, dass Patienten wieder vermehrt zuzahlen müssen. Foto: ABDA

Damit sind nur noch 4215 von 32.579 Arzneimitteln automatisch von der Zuzahlung freigestellt. Vor einem Monat hatte der Zuzahlungsbefreiungsanteil nach DAV-Angaben noch bei 17,6 Prozent gelegen, vor einem Jahr sogar noch bei 18,5 Prozent. Zum 1. Juli hatten die Kassen auch die Zuzahlungsbefreiungsgrenzen für 12 der 13 abgesenkten Festbeträge angepasst, darunter für Blutdrucksenker, Herzpräparate und Magenmittel. Laut GKV-Spitzenverband wollen die Kassen dadurch 260 Mio. Euro pro Jahr sparen.

Auch neue Rabattverträge stehen bei mehreren gesetzlichen Krankenkassen auf dem Plan. Betroffen sind die 1,8 Millionen Versicherten der KKH Allianz bei mehr als 60 Wirkstoffen. Für die 800.000 Versicherten der Deutschen BKK treten neue Verträge über 136 Wirkstoffe in Kraft. Die Barmer GEK mit ihren 8,6 Millionen Versicherten folgt mit Rabattverträgen für mehr als 60 Wirkstoffe, die zum 1. August in Kraft treten.


ks/ral

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