... auch DAZ noch

71 Prozent sind nicht risikobewusst

Das Vertrauen von älteren GKV-Patienten in den Arzt ist groß: 71,2 Prozent sagen: "Egal was und wie viel ich einnehme, der Arzt weiß, was am besten für mich ist." Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), für die 1000 GKV-Versicherte ab 65 Jahren zu Einnahmeverhalten, Risikobewusstsein und Adhärenz im Umgang mit Arzneimitteln befragt wurden.

27,4 Prozent der Befragten, die ärztlich verordnete Arzneimittel einnehmen, kommen laut der Studie auf fünf oder mehr verordnete Packungen. 17,2 Prozent der Patienten erhalten dabei Arzneimittel der Priscus-Liste, die für ältere Menschen als potenziell ungeeignet gelten. Das Risikobewusstsein hierfür ist bei den Befragten gering (siehe oben). Zugleich sagt mehr als die Hälfte der Befragten, ihr Hausarzt habe noch nie mit ihnen darüber gesprochen, dass die gleichzeitige Einnahme verschiedener Arzneimittel riskant sein kann – nur 39 Prozent bejahen diese Frage.

Auch die Beratung in der Apotheke ist der Umfrage zufolge nicht optimal. Nur 29 Prozent der Arzneimittelanwender erklären, in der Apotheke über das potenzielle Risiko informiert worden zu sein, gleichzeitig mehrere Medikamente einzunehmen. Von jenen, die Priscus-Arzneimittel erhielten, beantworten diese Frage immerhin 39 Prozent mit "Ja". Lediglich rund 15 Prozent der Patienten können sich zudem erinnern, in der Apotheke schon einmal gefragt worden zu sein, ob sie noch andere Arzneimittel als die verordneten einnehmen. Immerhin 37,7 Prozent geben an, beraten worden zu sein, wenn sie erstmals ein neues Arzneimittel verordnet bekommen haben – allerdings erklären auch 33,6 Prozent dies nicht mehr zu wissen. Von denjenigen, die mehr als fünf verschiedene Arzneimittel einnehmen, berichten 43,4 Prozent in einem solchen Fall von einer Beratung in der Apotheke. Aus dieser Patientengruppe erinnern sich nur 22,3 Prozent nicht. 

ks/ral

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