Prisma

Neuer Ansatz für die Pille für den Mann

Verhütung ist – abgesehen vom Kondom – noch immer mehr oder weniger reine Frauensache. Die Suche nach der "Pille für den Mann" ist jedoch noch nicht aufgegeben. Aktuell sieht man in einem neu entdeckten Gendefekt einen Ansatz zur Entwicklung eines entsprechenden Kontrazeptivums.

Foto Heiko Rothe – Fotolia.com

Der Fokus der Forschungen liegt auf einer Beeinflussung der sogenannten Sertoli-Zellen. Diese Zellen spielen bei der Reifung der Spermien im Hoden eine wichtige Rolle. Mithilfe von Colchicin kann man die Bildung der Mikrotubuli in den Sertoli-Zellen hemmen und darüber eine Kontrazeption erzielen, die auch reversibel ist. Allerdings ist Colchicin in der Praxis nicht einsetzbar, da es schwere Nebenwirkungen hat und mutagen ist. Einen Weg, die Mikrotubuli auf verträglichere Weise zu hemmen, haben nun britische Wissenschaftler durch einen Gendefekt aufgespürt: Eine Mutation im Gen Katnal1 hat einen ähnlichen Effekt wie Colchicin. Das Katnal1-Protein ist somit ein vielversprechender Ansatzpunkt für die Entwicklung einer Pille für den Mann. In absehbarer Zeit wird allerdings wohl kein entsprechendes Präparat auf den Markt kommen.


ral


Quelle: Smith, L. E. et al.: PLoS Genet. 2012; 8(5): e1002697



DAZ 2012, Nr. 22, S. 6

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