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Schwachstelle bei MRSA entdeckt

Multiresistente Staphylococcus-aureus-Keime (MRSA) sind ein großes Problem in Krankenhäusern. Würzburger Forscher haben nun die Struktur eines Bakterienenzyms charakterisiert und Hinweise darauf gefunden, warum die Keime auf eine Hemmung dieses Enzyms anfälliger reagieren als andere Bakterienarten.

Ein möglicher Angriffspunkt für neue Wirkstoffe gegen MRSA ist das Enzym FabI, das an der Herstellung von Fettsäuren für die bakterielle Zellhülle beteiligt ist. Wie die Würzburger Forscher berichten, zeigen Röntgenstrukturanalysen, dass FabI bei Staphylococcus aureus deutlich anders aussieht als bei anderen Bakterienarten. Anders als die meisten anderen Bakterienarten baut Staphylococcus aureus in seine Zellmembran mit Vorliebe verzweigte Fettsäuren ein. Verzweigte Fettsäuren kommen jedoch im Blut von Säugetieren kaum vor. Daher scheint FabI für das Überleben von Staphylococcus aureus entscheidend zu sein. Derzeit werden in klinischen Studien an Patienten bereits Hemmstoffe gegen das Enzym getestet.


hel


Quelle: Pressemitteilung vom Rudolf-Virchow-Zentrum, Würzburg



DAZ 2012, Nr. 20, S. 6

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