Prisma

Spermienzucht aus dem Labor

Deutschen und israelischen Wissenschaftlern ist es gelungen, in der Petrischale Spermien aus Stammzellen von Mäusehoden zu gewinnen. Ob sich in einigen Jahren so auch menschliche Spermien gewinnen lassen, ist noch unklar; für unfruchtbare Männer wäre das ein Lichtblick.

Forscher der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der israelischen Ben-Gurion-Universität kultivierten Stammzellen aus den Hoden von jungen, noch unfruchtbaren Mäusen in einem mit Agar-Agar versetzten Nährmedium – und zwar nicht wie üblich auf flachem Nährboden, sondern in einem dreidimensionalen Medium. Das Gewebe rekonstruierte sich so, dass die Umgebungsbedingungen denen im Hoden sehr nahe kamen. Bis sich Spermien gebildet hatten, dauerte es mindestens 30 Tage. Das entspricht der Zeit, die auch im Mäusekörper benötigt wird; beim Menschen dauert die Spermatogenese etwa 64 Tage. Ob die Spermien den natürlich gebildeten Spermien entsprechen, ist allerdings nicht klar. Bisher wurden mit den Spermien keine Nachkommen gezeugt. Falls sich das Verfahren übertragen lässt und alle Hürden genommen werden, könnte die Medizin in Zukunft jedoch unfruchtbaren Männern zu Spermien für die künstliche Befruchtung verhelfen.


hel


Quelle: Abu Elhija, M., et al.: Asian J. Androl., Online-Vorabpublikation, DOI:10.1038/aja.2011.112



DAZ 2012, Nr. 2, S. 6

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