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KKH-Allianz sucht neue Rabattpartner

Kasse schreibt zehn patentgeschützte HIV-Arzneimittel aus

BERLIN (ks). Die KKH-Allianz hat den Abschluss von Rabattverträgen über zehn patentgeschützte Arzneimittel ausgeschrieben – sieben hiervon sind HIV-Präparate. Neben dem Originalhersteller werden diese auch von Parallel- und Reimporteuren in Deutschland angeboten. Die neuen Verträge sollen im Juli starten.

Wie dem Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union zu entnehmen ist, sucht die KKH-Allianz jeweils einen Rabattpartner für zehn Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen. Dabei handelt es sich vornehmlich um HIV-Therapeutika: Fosamprenavir, Abacavir, Lamivudin und Zidovudin – auch in Kombination mit Abacavir, Maraviroc und Atazanavir. Weitere drei Lose fallen auf die Wirkstoffe Pegfilgrastim, Glatiramer und Risperidon. Es handele sich um patentgeschützte Präparate, "bei denen zumindest Parallel- und Reimporteure auf dem Markt ebenfalls als Anbieter fungieren", heißt es in der Ausschreibung. Die Verträge mit jeweils einem Partner pro Substanz sollen eine Laufzeit von zwei Jahren haben – eine Verlängerungsoption ist nicht vorgesehen.

Erst im November letzten Jahres hatte die KKH Allianz über fünf HIV-Arzneimittel Rabattverträge abgeschlossen. Die Zuschläge gingen sämtlich an ViiV Healthcare, ein Gemeinschaftsunternehmen von Pfizer und GlaxoSmithKline. Es war das einzige Unternehmen, das überhaupt ein Angebot einreichte. Allerdings erfolgte die Auftragsvergabe seinerzeit ohne vorherige Veröffentlichung der Vergabebekanntmachung. Dies lief offenbar manch einem Importeur zuwider – die Verträge wurden nie wirksam. Mit der jetzt erfolgten Ausschreibung startet die Kasse einen neuen Versuch.



DAZ 2012, Nr. 12, S. 24