Gesundheitspolitik

Das neue Trio

Blick nach vorn: Wir haben ein neues Triumvirat. Unsere Berufsvertretung hat gewählt. Genauer gesagt: hat vorher ausgeguckt, hin und her überlegt, in einem kleinen Gremium sich verständigt – und dann haben’s alle abgenickt. Das will man in Berlin zwar nicht so sehen, immerhin hätte ja der eine oder andere Wähler in freier und geheimer Wahl nicht zustimmen können. Aber, Hand aufs Herz, so viel Kandidaten und Kandidatinnen gab’s ja wirklich nicht. Außerdem, ist ja auch gut so, oder?

Also: Herzlichen Glückwunsch für Friedemann Schmidt als neuer ABDA-Präsident, für Andreas Kiefer als neuer BAK-Präsident und für Fritz Becker als (der alte ist der neue) DAV-Vorsitzender. Alle drei kennen das berufspolitische Geschäft seit Langem. Man weiß, wofür sie stehen: auf jeden Fall für die inhabergeführte Apotheke, für Kontinuität, für Tradition.

Friedemann Schmidt (48), Inhaber der Seume-Apotheke in Leipzig und seit 2003 Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer, hat den Biss, den man braucht, wenn man an die Macht will. Er probiert aus, packt an, lässt sich durch Rückschläge nicht entmutigen – und er ist medienerprobt. Seine nächtliche Talkrunde "Deutschland akut" auf N24 hat ihm über die Apothekerschaft hinaus eine gewisse Popularität verschafft. Nicht zuletzt auch ein sicheres Auftreten in der Öffentlichkeit. Glanz und Glamour ist das eine. Die Inhalte müssen stimmen – die zu entwickeln und zu vermitteln, dazu wird er nun, mehr als bisher, Gelegenheit haben als "oberster Apotheker".

Andreas Kiefer (51) als neuer Präsident der Bundesapothekerkammer, ist der Praktiker, "kein Schreibtischtäter", wie er selbst sagt. Er kündigte an, die Patientenorientierung des Apothekerberufs voranzutreiben.

Und Fritz Becker (61) führt weiterhin den Deutschen Apothekerverband, dem in der jetzigen Zeit eine der schwersten Aufgaben zukommt: Verhandlungen mit der GKV – sie finden nicht auf dem Ponyhof statt.

Die neue Mannschaft weckt Erwartungen, nicht nur auf Kontinuität und Tradition. Der Apothekerberuf braucht Innovationskraft, Mut zum Wandel. Und wir wünschen uns mehr Transparenz und Kommunikationsfreude!

Wie sagte Schmidt gleich nach der Wahl: Sein Vorgänger Wolf hat das Schiff auf Kurs (auf welchen eigentlich?) gebracht, jetzt will er mit der neuen Mannschaft die Segel setzen. Na denn. Da wünschen wir noch eine kräftige Brise, damit das Schiff in Fahrt kommt, einen guten Kompass, damit die Richtung stimmt, und immer mindestens eine Handbreit Wasser unterm Kiel.


Peter Ditzel



AZ 2012, Nr. 50, S. 1

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