Gesundheitspolitik

AOK-Rabattverträge: Abkehr von der Exklusivität

Für acht Substanzen sucht die AOK erstmals bis zu drei Rabattpartner

Berlin (ks). Die AOK Baden-Württemberg hat die acht Substanzen, die sie zuvor aus ihrer zehnten bundesweiten Ausschreibungsrunde zurückgezogen hat, erneut offiziell ausgeschrieben. Für die Wirkstoffe sollen Rabattverträge im Mehrpartner-Modell geschlossen werden: Bis zu drei Bieter pro Fach- und Gebietslos können bezuschlagt werden.

Am 7. November wurde die neue Ausschreibung im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Für Amlodipin, Lisinopril + Hydrochlorothiazid, Losartan, Losartan + Hydrochlorothiazid, Mirtazapin, Omeprazol, Risperidon (exklusive retardierte parenterale Darreichungsformen) und Simvastatin werden nun mehrere Vertragspartner gesucht. Erstmals kehrt sich die Kasse damit von ihren stets verteidigten Exklusivverträgen ab. Erklärungen zum Sinneswandel will die AOK Baden-Württemberg allerdings nicht abgeben.

Die Verträge des nunmehr elften Tenders sollen – ebenso wie die des zehnten – am 1. Juni 2013 starten und bis 31. Mai 2015 laufen. Die Aufteilung in acht Gebietslose bleibt bestehen. Jeder Bieter hat im Rahmen der Eignungsnachweise zu erklären, dass er genügend Produktionskapazitäten für den Fall hat, dass auf ihn als Rabattvertragspartner 30 Prozent des Auftragsvolumens entfällt (bei einer unterstellten Umsetzungsquote von 90%). Geboten werden kann nun bis zum 10. Januar 2013, 12:00 Uhr.



AZ 2012, Nr. 46, S. 8