Gesundheitspolitik

Zu knappe Zuschlagsfrist

Pro Generika kritisiert Ausschreibung der Barmer GEK

Berlin (az). Der Branchenverband Pro Generika beklagt eine immer kürzere Frist zwischen dem Zuschlag im Zuge von Rabattvertragsausschreibungen durch die gesetzlichen Krankenkassen und dem Lieferbeginn. Mitte September hatte die Barmer GEK die Zuschläge für 69 Wirkstoffe aus ihrer zweiten Rabattvertragsausschreibung bekannt gegeben. Vertragsbeginn ist bereits der 1. November. Sieben Wochen reichten nicht, um Medikamente in großem Umfang herzustellen und Apotheken mit ausreichenden Mengen zu versorgen, so Pro Generika.

Ein realistischer Planungshorizont sei notwendige Voraussetzung für einen reibungslosen Start und helfe Lieferengpässe zu vermeiden. Aus Sicht von Pro Generika sollten dem Unternehmen hierfür sechs Monate Zeit bleiben. Doch derzeit nähmen Rabattverträge den Generikaunternehmen die Planungssicherheit. Sie könnten die in Deutschland benötigten Volumina eines Medikaments aufgrund der Verträge kaum noch abschätzen. Dabei hätten Hersteller und Kassen ein gemeinsames Interesse daran, zu Vertragsbeginn voll lieferfähig zu sein: "Für die Hersteller bedeutet jeder Tag Verzögerung das Risiko erheblicher Vertragsstrafen. Für die Kassen verringert sich mit jedem Tag das beabsichtigte Einsparpotenzial".



AZ 2012, Nr. 44, S. 8