Gesundheitspolitik

Zuschlag durch die Lottofee

Neue Form der Vergabe von Rabattverträgen

Berlin (lk). Weil die IKK Classic bei der letzten Ausschreibung von Rabattverträgen fünf gleichlautende Angebote auf dem Tisch liegen hatte, entschied die Superzahl der Lottoziehung vom 15. September am Ende über den Zuschlag. Losverfahren sind bei der Auftragsvergabe im Zuge von Ausschreibungen nicht ungewöhnlich. Dass die Lottofee über Umsatz und Gewinn von Generikaanbietern entscheidet, hingegen schon.

Die IKK Classic sieht in dem Verfahren aber nichts Ungewöhnliches: "Das haben wir schon einmal so angewendet", bestätigte ein Sprecher gegenüber der AZ. Das Verfahren sei "transparent und fair" und im Übrigen von den Anbietern akzeptiert. Welcher Hersteller den Zuschlag erhielt und um welches Auftragsvolumen es ging, will die IKK Classic nicht verraten. Nur so viel: Trotz des komplexen Ausschreibungsverfahrens habe es fünf identische Angebote gegeben. Daher der Losentscheid.

Laut Darstellung des "Handelsblatts" erhielten die Anbieter ein Schreiben mit der Ankündigung des Losentscheides: "Wir möchten Ihnen hiermit das Verfahren des Losentscheids vorstellen. Grundlage für den Losentscheid ist die Ziehung der Lottozahlen am 15. September 2012, die im ersten deutschen Fernsehen ARD live um 22.30 Uhr übertragen wird." Zuvor wurde jedem Anbieter per Zufallsentscheid eine Ziffer von Null bis Neun zugeordnet. Wer am nächsten an der ausgelosten Superzahl lag, erhielt den Auftrag. Am 15. September lautete die Superzahl Null. Die IKK Classic will das Lotto-Verfahren auch in Zukunft einsetzen.



AZ 2012, Nr. 39, S. 3