Gesundheitspolitik

Beipackzettel sind relativ verständlich

Verständlichkeitstudie

Berlin (jz). Verbraucher finden Arzneimittelbeipackzettel im Vergleich zu anderen Informationsdokumenten relativ verständlich. Das zeigt eine repräsentative Studie, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der ERGO-Versicherungsgruppe erstellt hat. Für die Studie befragte Forsa 2600 erwachsene Bürger in Deutschland.

Dabei zeigte sich, dass es nicht allen Branchen gleich gut gelingt, wichtige Informationen verständlich darzustellen. Im Ranking schnitten die Beipackzettel von Arzneimitteln am besten ab. 32 Prozent der Befragten gaben an, jeder könne sie verstehen, 44 Prozent meinen, nur wer sich schon damit beschäftigt habe, verstehe die Beipackzettel. 22 Prozent finden, sie seien nur für Experten verständlich. Schlusslicht des Rankings: Produktinformationen von Versicherungen.

Weil Pharmaunternehmen "einen Vertrauensbonus genießen", wie es in der Studie heißt, gehen 46 Prozent der Befragten davon aus, dass sich Informationen im Beipackzettel von Arzneimitteln nicht einfacher beschreiben ließen. Nur 16 Prozent glauben, Grund für die schwere Verständlichkeit sei, dass Beipackzettel gar nicht für jedermann verständlich sein sollen. Fast ein Drittel (32%) gab an, die Arzneimittelhersteller könnten, wenn sie sich etwas mehr Mühe gäben, ihre Beipackzettel durchaus noch verständlicher gestalten.

Nicht überrascht von den Ergebnissen ist der stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführer Norbert Gerbsch. Schließlich setze sich die Pharmaindustrie seit Langem für die gute Verständlichkeit von Beipackzetteln ein. Das Studienergebnis spreche also für eine gute Patientenorientierung der Hersteller. Trotzdem gibt er sich damit nicht zufrieden: Die Lesbarkeit müsse weiterhin verbessert werden, ohne dass wichtige Informationen verloren gehen. Fakt sei nämlich: "Der Beipackzettel ist und bleibt eine Gebrauchsanweisung für ein sensibles Produkt und kein Werbetext."



AZ 2012, Nr. 26, S. 8

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