Gesundheitspolitik

Apothekenschwund in Franken

Bayerische Apothekerkammer beklagt Schließungen

Berlin (jz). Die Zahl der Apotheken nimmt ab: Im Jahr 2011 schlossen in Bayern insgesamt 92 Apotheken – es öffneten nur 48. Dieser Rückgang ergibt sich aus einer Auswertung der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK). Mit 3386 Apotheken ist man in Bayern derzeit auf dem Stand von 1995/1996. Während im Jahr 2009 die Zahl der Eröffnungen die der Schließungen noch überstieg, kehrte sich das Verhältnis 2010 um – neun Apotheken gab es dadurch im Freistaat weniger.
Dr. Christian Malchon, BLAK Apothekenschließungen sind eine weitere Ausdünnung der Gesundheitsversorgung. Foto: BLAK

"Vor allem Franken ist von den Schließungen betroffen", kommentierte diese Entwicklung Dr. Christian Machon, BLAK-Vorstandsmitglied und selbst Apotheker in Unterfranken. Fast 50 Prozent der Schließungen fanden nach Angaben der BLAK in Ober-, Mittel- und Unterfranken statt. Die drei fränkischen Regionen hatten am stärksten mit den Schließungen zu kämpfen. Machon: "In Mittelfranken haben 22 von insgesamt 470 Apotheken dichtgemacht, das sind fast fünf Prozent. Hinzu kommt, dass fast 70 Prozent aller Schließungen in Orten mit weniger als 50.000 Einwohnern stattfanden."

Ein anderes Bild zeichnet sich bei den Eröffnungen ab: Im Regierungsbezirk Oberfranken gab es nur eine Eröffnung gegenüber neun Schließungen bei insgesamt 330 Apotheken. Auch die Regionen Niederbayern (+ 3) und Schwaben (+ 5) verzeichnen im Verhältnis zu ihrer Gesamtapothekenzahl nur wenige Eröffnungen. Stelle man Eröffnungen und Schließungen gegenüber, zeige sich ebenfalls, dass Franken – vor allem Oberfranken – am stärksten von dieser Entwicklung betroffen sei, so Machon. Mit einem Saldo von acht Apotheken hat die Region 2,4 Prozent Apotheken weniger als im Vorjahr. Mittelfranken (- 2,1 Prozent) und Unterfranken (- 1,4 Prozent) zeigen eine ähnliche Entwicklung.

"Hier sieht man schwarz auf weiß, was wir bereits seit einiger Zeit vermutet haben: Nach dem Ärztemangel in ländlichen Gebieten folgt nun eine weitere Ausdünnung der Gesundheitsversorgung durch den Wegfall von Apotheken. Das ist eine Entwicklung, die auch die Patientinnen und Patienten dort spüren werden." Als Hauptgrund für die vermehrten Schließungen nennt Machon vor allem die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach dem Inkrafttreten des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) zum 1. Januar 2011.



AZ 2012, Nr. 11, S. 8

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