Management

Visuelles Marketing – mehr als nur Dekoration

Warum Schaufenster und Co nicht unterschätzt werden dürfen

Menschen sind über verschiedene Sinneskanäle zu erreichen, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. 80% der Menschen sind über den Sinneskanal Sehen, also die Augen am besten zu erreichen. Die anderen Sinneskanäle ergänzen dann den Gesamteindruck, den man von etwas gewinnt. Apotheken haben somit die Chance über das Schaufenster, das Shopdesign, die Warenpräsentation, die Beleuchtung, das freundliche und kompetente Personal und auch über die Gerüche wie ätherische Öle die Kunden auf allen Sinneskanälen anzusprechen.

Dazu muss man es aber erst einmal schaffen, die Kunden in die Apotheke zu bringen! Apothekenschaufenster und die Fassadengestaltung inklusive optimaler Beleuchtung sind die Türöffner zur Kundengewinnung. Dabei muss alles ganzheitlich stimmig umgesetzt werden. Nur wenn alle Faktoren stimmig sind, wird sich ein Kunde wohlfühlen und zum Stammkunden werden.


Das Schaufenster verkauft mit!
Es ist ein Teil des visuellen Marketings einer Apotheke. Schaufenster sollten daher so gestaltet werden, dass sie ein "eye-catcher" sind und die Blicke der Kunden auf sich ziehen. Und: Häufiger umdekorieren, das schafft Aufmerksamkeit.

Grafik aus: Jarmer-Schwilke, Wahl: Visuelles Marketing in Apotheken, DAV Stuttgart 2012

Der Blickfang macht’s

Das Schaufenster muss es schaffen, auf der kurzen Kontaktstrecke die Augen des Kunden festzuhalten, weshalb man auch von "eye-catchern" spricht. Das Thema, der "Blickfang", die Präsentation soll ihn zum Innehalten bringen. Das Angebotene soll ihn neugierig machen, seine Bedürfnisse wecken und ihn veranlassen, in die Apotheke zu gehen, um mehr Informationen zu erhalten. Natürlich sollte sich sein erster guter Eindruck durch die Raumgestaltung, die Beleuchtung, die Warenpräsentation und nicht zuletzt durch freundliches, kompetentes und hilfsbereites Personal noch verstärken, so dass er vom Interessenten zum Kunden wird.

Um das spielerisch und selbstverständlich jeden Tag aufs Neue hinzubekommen, bedarf es einer Firmenphilosophie und einer konsequenten Umsetzung der gemeinsam mit dem Team erarbeiteten Firmenstrategie. Jedes Teammitglied muss mit Freude und Überzeugung dabei sein und die Führungspersönlichkeit – Inhaber wie Filialleiter – männlich wie weiblich – sollte das Ganze mitleben und womöglich auch vorturnen.

Marketing ganzheitlich sehen

Marketing ist ein ganzheitliches Konzept, das das visuelle Marketing beinhaltet. Dabei muss das nicht teuer sein, wie oft angenommen wird. Je besser geplant und durchdacht, umso günstiger lässt sich ein gutes Marketing leben.

Das bedarf der Planung, dem Verteilen von Zuständigkeiten und dem "Gemeinsam-an-einem-Strang-ziehen".

Das Schaufenster verkauft mit! Aber nur, wenn jedes Teammitglied weiß, was gerade dekoriert ist und dann auch noch hinter den angebotenen Produkten steht! Tagtäglich wissen Kräfte im Handverkauf nicht, was im Schaufenster steht oder empfehlen konsequent andere Produkte. Somit wird das Schaufenster als Verkäufer und "Teil des Teams" sabotiert.

Viel zu viele Apothekenschaufenster werden lieblos gestaltet und viel zu lange nicht umdekoriert. Der Kunde geht dann achtlos vorbei.

Geschieht das aus Gedankenlosigkeit oder falschem Sparzwang? Es gibt den Marketingsatz "wer nicht wirbt, der stirbt" und er ist gültiger denn je. Dabei ist es so einfach, bei dem vielfältigen Angebot einer Apotheke immer wieder interessante Schaufenster und Aktionen zu gestalten. Von Kompetenzfenstern gekoppelt an Angebote zu Gesundheitschecks, Fenstern zur Vielfalt der Dermopharmazie, alternativ-medizinische Schaufenster über Saisonfenster bis zur Teilnahme an regionalen Events lässt sich alle drei bis vier Wochen etwas Neues zaubern.

"Merk-würdige" Apotheke

Dabei muss ein mageres Budget keine Aktionsbremse sein! Man sagt ja zum einen "wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" und zum anderen "Not macht erfinderisch". Wenn man beides kombiniert, den Willen und die Kreativität, kommen phantastische Ergebnisse heraus!

Originelle Schaufenster begeistern Kunden und machen die Apotheke "merk-würdig". Man kommt immer wieder gerne vorbei, um zu sehen, was es Neues gibt.

Und bekanntlich ist nichts so erfolgreich, wie der Erfolg! Lob spornt an und weckt neue Kreativität. Ob man das dann selbst mit vorhandenem Personal umsetzt oder sich professioneller Hilfe bedient, ist dann eine Frage der vorhandenen Geschicklichkeit und der liquiden Mittel.

Viel zu wenig wird dabei die Hilfe der Industriepartner in Anspruch genommen, die gelungene Dekorationen und Aktivitäten gerne honorieren. Ebenso wird viel zu wenig an Kooperationen mit anderen Ladengeschäften gedacht. Mit dem sogenannten Huckepack-Marketing lassen sich Ressourcen sparen und innovative Angebote kreieren. Andere Einzelhändler kämpfen ebenso wie die Apotheken ums Überleben und freuen sich über gelungene Kooperationen, die sie ins Gespräch bringen.

Viele Geschäfte, aber auch Vereine oder Theater leihen gerne mal Requisiten aus, die als gelungene Blickfänge die Passanten zum Stehenbleiben bringen. Kleine wie große Schaufenster lassen sich durch die richtige Dekoration zum "eye-catcher" machen.

Apotheke von außen sehen!

Dabei steht das Schaufenster auch für den Charakter des Inhabers mit seinem Team! Das ist den meisten Schaufensterbesitzern gar nicht klar. Gehen Sie doch mal bei Tag und auch bei Dunkelheit wie ein Fremder auf Ihre Apotheke zu, was empfinden Sie, wenn Sie das Bild auf sich wirken lassen? Spricht Sie das an? Würden Sie diesen Laden betreten wollen? Wirken das Schaufenster und die Scheiben sauber oder schmuddelig? Ist die Beleuchtung voll funktionsfähig? Sind die Plakate vergilbt? Wie viele tote Fliegen finden Sie beim genauen Hinschauen? Erkennen Sie und Ihr Team sich in dem, was Sie da sehen wieder? Oder wollen Sie eigentlich ganz anders rüberkommen?

Alle klagen über die Folgen des AMNOG und die geringen Rabatte der Großhandlungen. Schluss damit, krempeln Sie die Ärmel hoch und sorgen Sie dafür, dass Ihr Umsatz und Ihr Ergebnis nicht mehr nur durch die erzielt werden, die aus Gewohnheit oder durch Zufall bei Ihnen einkaufen, sondern generieren Sie Ihren Umsatz und Gewinn gezielt durch Attraktivität und Abheben von den umliegenden Geschäften und Mitbewerbern!

Nehmen Sie die nächste Teambesprechung zum Anlass einen Jahresplan für Ihren werblichen Auftritt zu erstellen, erstellen Sie ein Budget, das eingehalten werden muss, überlegen Sie, mit wem sich was umsetzen lässt, schulen Sie Ihre Teammitglieder in Aktionsprodukten und machen Sie ab und zu eine Veranstaltung oder – neudeutsch – einen Event für Ihre Kunden. Kennen Sie Ihre Kunden überhaupt? Wenn nicht wirklich, machen Sie eine Zielgruppenanalyse, damit Ihre Aktivitäten möglichst wenig Streuverlust haben.

Kommen Sie aus Ihrer Frustecke raus und werden Sie endlich wieder zum "Unternehmer" im wahrsten Sinn des Wortes!

Ihr Team wird plötzlich begeistert mitziehen, wenn es merkt, dass Sie bereit sind zu kämpfen um den Fortbestand und das Gedeihen der Apotheke und der Arbeitsplätze.

Wenn Sie jetzt motiviert sind, aber noch nicht recht wissen, wie Sie das anpacken sollen, hier ein Buchtipp: "Visuelles Marketing für Apotheken". Oder buchen Sie das Seminar "Visuelles Marketing – Schaufenster & Co" auf der Interpharm in Frankfurt.

Machen Sie das Schaufenster von einem Kostenfaktor zu einem Gewinnbringer.

Das Schlusswort soll die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916) erhalten, die geschrieben hat "Es hat noch niemand etwas Ordentliches geleistet, der nicht etwas Außerordentliches leisten wollte."


Karin Wahl, Apothekerin und Unternehmensberaterin



Von Gabriele Jarmer-Schwilke und Karin Wahl
Visuelles Marketing in Apotheken

VIII, 314 S., 80 farb. Abb., 6 s/w Abb., 54 s/w Tab., 1 Ringordner, Mit OnlinePlus-Angebot: Vorlagen für Dekorationen

Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, 2012, 89 Euro, Subskriptionspreis bis 31.03.2012: 79 Euro,
ISBN 978-3-7692-5321-4






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Per Freecall: 0800 – 2990 000 (zum Nulltarif mit Bandaufzeichnung)

Per E-Mail: service@deutscher-apotheker-verlag.de

Im Internet: www.buchoffizin.de





AZ 2012, Nr. 10, S. 6

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