DAZ aktuell

Neue Rabattverträge für BKKs und IKKs

BERLIN (ks). Die GWQ ServicePlus AG hat neue ArzneimittelRabattverträge abgeschlossen. Im Namen von 38 Krankenkassen – vornehmlich Betriebs-, aber auch drei Innungskrankenkassen – hatte das Dienstleistungsunternehmen Ende September 97 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen ausgeschrieben. Für 30 von ihnen wurden exklusive Partner gesucht, für 67 sollten drei Hersteller den Zuschlag erhalten. Nun sind die Verträge unter Dach und Fach.

Die zweigeteilte Ausschreibung der 97 Fachlose erfolgte aufgrund der unterschiedlichen Anbieterstruktur: Manche Wirkstoffe werden von einer Vielzahl von Unternehmen vertrieben – für diese suchte sich GWQ drei Partner pro Substanz – bei anderen ist die Schar der Anbieter überschaubarer und so erfolgte hier nur ein Zuschlag pro Fachlos.

Die Gewinner der exklusiven Ausschreibung wurden am 24. November im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union bekannt gemacht. In dieser Ausschreibung verteilen sich die Zuschläge für die 30 Fach lose relativ gleichmäßig auf 13 Unternehmen sowie die Bietergemeinschaft Teva/Ratiopharm. Die Stada-Gruppe kann mit jeweils vier Zuschlägen für Stadapharm und Aliud die meisten Verträge für sich verbuchen. Die Sandoz-Gruppe konnte mit Hexal und 1 A Pharma jeweils zwei Mal das Rennen machen. Mylan dura und Winthrop haben jeweils drei Wirkstoffe für sich gewonnen.

Ebenfalls am 24. November entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf, dass ein Dreierzuschlag bei der Rabattvertragsvergabe nicht zu beanstanden ist. Hier ging es zwar um ein Nachprüfungsverfahren von Dexcel Pharma gegen die Deutsche BKK – dennoch hatte es zur Folge, dass ein Hersteller, der gegen die GWQ-Ausschreibung vorgegangen war, seinen Nachprüfungsantrag zurückzog. Und so folgte zwei Tage später die Bekanntgabe der Ergebnisse des zweiten Ausschreibungsblocks.

In der "Dreier-Ausschreibung" haben 28 Firmen Zuschläge verbuchen können. Hier konnte sich die Stada-Gruppe als klarer Gewinner durchsetzen: Stadapharm erhielt für 30 Substanzen einen Vertrag, Aliud für 28. Ebenfalls vorne dabei: die Sanofi-Aventis-Tochter Winthrop mit 24 Zuschlägen, Sanofi selbst erhielt zwei. Actavis brachte es zu 17 Zuschlägen. Auch Heunet, betapharm und Heumann konnten jeweils die Zehnermarke durchbrechen. Eher bescheiden das Ergebnis der zwei anderen großen Konzerne: Hexal und 1 A Pharma konnten zusammen neun Wirkstoffe gewinnen, die Teva/Ratiopharm-Bietergemeinschaft kommt auf sieben.

Die neuen Verträge sollen zum 1. Januar 2012 anlaufen und haben eine Laufzeit von zwei Jahren. Sie gelten für insgesamt rund 6,3 Millionen BKK- und IKK-Versicherte.


IKK classic erteilt Zuschläge


Die IKK classic hat die letzten 98 Zuschläge in ihrer Rabattvertrags-Ausschreibung erteilt. Klare Absahner der Ausschreibung sind die Unternehmen Stada und 1A Pharma. Sie konnten die meisten Zuschlagserteilungen für sich verbuchen.

Die Ausschreibung der Krankenkasse, die zum August mit der Vereinigten IKK fusionierte, erfolgte wirkstoffbezogen und auf insgesamt 141 Fachlose aufgeteilt. Ende September wurden bereits für 69 der ausgeschriebenen Substanzen die Zuschläge erteilt. Nun stehen auch die Verträge für 68 weitere Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen. Auf die Auftragsvergabe in vier Losen wurde verzichtet, weil zu den Substanzen keine Angebote eingegangen waren. Die meisten Wirkstoffe gingen an nur einen Bieter – für einige Fachlose wurden aber auch Zuschläge an zwei oder drei Unternehmen bzw. Bietergemeinschaften erteilt.

Die Vertriebsgesellschaften des Pharmaunternehmens Stada erhielten mit 26 (Aliud) bzw. zehn (Stadapharm) die meisten Zuschläge. 1A Pharma dürfte sich ebenfalls freuen: Das Unternehmen konnte 15 Zuschläge für sich verbuchen und weitere zwei im Rahmen der Bietergemeinschaft mit dem Unternehmen Sandoz.

Die Verträge sollen voraussichtlich am 1. Januar 2012 anlaufen. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre. Die IKK Classic zählt eigenen Angaben zufolge 3,6 Millionen Versicherte – sie ist damit die größte Innungskrankenkasse.



DAZ 2011, Nr. 48, S. 36

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SpectrumK schreibt aus

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