Arzneimittel und Therapie

EMA verweist auf Sicherheitsmaßnahmen zu Pradaxa®

Nun hat sich auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) in die Diskussion um das Risiko tödlicher Blutungen unter Dabigatranetexilat (Pradaxa®) eingeschaltet. Sie bestätigt zwar, dass bis zum 6. November 2011 256 Spontanberichte zu tödlichen Blutungen unter Pradaxa® bekannt geworden sind, davon 21 in der EU. Sie betont aber auch, dass dieses Risiko unter Antikoagulanzien wohl bekannt ist und ihm im Falle von Dabigatran durch Beachtung neuer Sicherheitsmaßnahmen wie der Überprüfung der Nierenfunktion vor Behandlungsbeginn adäquat begegnet werden kann.

Über das vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA empfohlene Update der Produktinformationen hat der Hersteller Boehringer Ingelheim schon in einem Rote-Hand-Brief informiert. Dazu zählen neben der Nierenfunktionsprüfung vor Behandlungsbeginn eine Prüfung in Situationen, in denen eine Abnahme der Nierenfunktion vermutet wird sowie die jährliche Kontrolle der Nierenfunktion bei über 75-Jährigen. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen ist Pradaxa® kontraindiziert. Warum der Fokus auf die Nierenfunktion so entscheidend für die Risikominimierung ist, erklärt die überwiegend renale Ausscheidung des direkten Thrombin-Inhibitors. Bei Einschränkungen kann der Spiegel des Gerinnungshemmers auf gefährlich hohe Werte ansteigen, das Blutungsrisiko nimmt zu. Der CHMP sieht die Spontanmeldungen im Kontext mit der steigenden Zahl von Verordnungen des neuen Gerinnungshemmers und wird Pradaxa® weiter engmaschig überwachen. Dabigatranetexilat war im März 2008 zunächst zur Primärprävention venöser Thromboembolien zugelassen worden, im August 2011 folgte die Zulassungserweiterung zur Prävention von Schlaganfall und venösen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern.


Quelle

European Medicines Agency updates on safety of Pradaxa®. Pressemitteilung vom 18. November 2011.


du



DAZ 2011, Nr. 47, S. 57

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