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BKA stellt Beweismittel sicher

BERLIN (ks). Deutschlandweit ermitteln Staatsanwaltschaften gegen Pharmahändler, die gefälschte HIV-Arzneimittel in den deutschen Apothekenmarkt schleusen. Nun hat das Bundeskriminalamt (BKA) einen Erfolg vermeldet: Im Zusammenhang mit zwei Ermittlungsverfahren wurden letzte Woche auf Sylt und in Hamburg Geschäftsräume und Wohnungen durchsucht und dabei umfangreiche Beweismittel sichergestellt.

Bei der Staatsanwaltschaft Flensburg werden die Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Betruges, des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz sowie des Verstoßes gegen das Markengesetz geführt. In ihrem Auftrag hat das BKA am 9. November die Durchsuchungen auf Sylt und in Hamburg durchgeführt. Wie das BKA mitteilte, wurden Papierunterlagen, Datenträger und Arzneimittel sichergestellt. Die Auswertung der Beweismittel dauere noch an.

Dem 68-jährigen Beschuldigten wird vorgeworfen, in den Jahren 2008 und 2009 packungsgefälschte HIV-Arzneimittel aus Südafrika über die Schweiz und Belgien nach Deutschland eingeführt und hier an Pharmagroßhändler weiterverkauft zu haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die ursprünglich nicht für den deutschen Markt hergestellten Originalarzneimittel neu verpackt und zum höheren europäischen Marktpreis verkauft. Einem Einkaufspreis von 3 Millionen Euro stand ein Verkaufspreis von 6 Millionen Euro gegenüber.

Zeitgleich zu den Maßnahmen in Deutschland haben laut BKA Beamte des South Afrikan Police Service (SAPS) Durchsuchungen in Kapstadt und Johannisburg durchgeführt. Diese führten zur Festnahme eines Pharmahändlers. Es handelt sich um die erste konzertierte Operation deutscher und südafrikanischer Ermittler in diesem Kriminalitätsbereich.



DAZ 2011, Nr. 46, S. 40

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