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Schuldenschnitt trifft Apobank vermutlich nicht

BERLIN (lk). Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) ist vermutlich vom griechischen Schuldenschnitt nicht betroffen. Die Apobank hält laut Geschäftsbericht 100 Millionen sogenannter CDS in ihrer Bilanz. Nach erster Prüfung der Beschlüsse der Regierungschefs der Euro-Staaten trifft der beschlossene 50-prozentige Schuldenschnitt solche Sicherungsanlagen nicht.

Dazu erklärte die Apobank auf DAZ.online-Anfrage: "Bezüglich des Staatsrisikos Griechenlands ist die Apobank in Sicherungsgeberpositionen in sogenannten Credit Default Swaps (CDS) in Höhe von nominal 100 Mio. Euro investiert. Das heißt, die Apobank sichert Ausfallrisiken aus zugrunde liegenden Verbindlichkeiten in entsprechendem Umfang ab. Maßgeblich für eine etwaige Leistungserbringung gegenüber dem Sicherungsnehmer bzw. für eine Wertkorrektur dieses Engagements ist die Feststellung eines sogenannten Kreditereignisses (z. B. die Feststellung der Zahlungsunfähigkeit eines Staates) durch den Derivatehändlerverband International Swaps and Derivatives Association (ISDA). Ein solches Ereignis wurde durch den ISDA bisher nicht festgestellt. Die nun im Rahmen des EU-Gipfels vereinbarten Beschlüsse und deren Auswirkungen werden selbstverständlich nun auch durch unser Haus geprüft."

Gleichwohl habe die Apobank "Stressrechnungen" durchgeführt. Hierbei wurden die singulären Belastungen, die sich durch einen Ausfall Griechenlands ergeben könnten, simuliert. "Im Ergebnis wären die simulierten Belastungen für die Bank tragbar. Für etwaige zukünftige Belastungen hat die Bank bereits entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen", heißt es in der Erklärung weiter.



DAZ 2011, Nr. 44, S. 46

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