Arzneimittel und Therapie

Neuer selektiver Alpha-2-Rezeptoragonist zur Sedierung

Die europäischen Behörden haben den selektiven Alpha-2-Rezeptoragonisten Dexmedetomidin (Dexdor ®) zur Sedierung erwachsener, intensivmedizinisch behandelter Patienten zugelassen. Mit Dexmedetomidin wird eine relativ geringe Sedierungstiefe erzielt, die ein Erwecken durch verbale Stimulation noch erlaubt.

Die Anwendung von Dexmedetomidin ist nur im stationären Bereich indiziert und muss durch Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal erfolgen, die für das Management von intensivmedizinisch behandelten Patienten qualifiziert sind.

Dexmedetomidin ist ein selektiver Alpha-2-Rezeptoragonist mit einem breiten Spektrum pharmakologischer Eigenschaften. Es wirkt sympatholytisch, indem es die Freisetzung von Noradrenalin in den sympathischen Nervenendigungen reduziert. Die sedierenden Wirkungen werden durch eine verminderte Aktivität im Locus coeruleus, dem vorherrschenden noradrenergen Nucleus, der im Hirnstamm liegt, vermittelt. Dexmedetomidin hat analgetische und Anästhetikum-/Analgetikum-sparende Wirkungen.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Hypotonie, Hypertonie und Bradykardie, die bei etwa 25%, 15% bzw. 13% der Patienten auftraten. Die kardiovaskulären Wirkungen sind dosisabhängig, wobei bei niedrigeren Infusionsraten die zentralen Wirkungen dominieren, was einen Abfall der Herzfrequenz und des Blutdrucks zur Folge hat. Bei höheren Dosen überwiegen die peripheren vasokonstriktiven Wirkungen, was zu einem Anstieg des systemischen Gefäßwiderstandes und damit des Blutdrucks führt, während die bradykarde Wirkung weiter bestehen bleibt. Dexmedetomidin hat keine atemdepressive Wirkung.

Es darf nicht bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen, mit unkontrollierter Hypotonie und nicht bei Schlaganfallpatienten angewendet werden.


Quelle

Fachinformation Dexdor, Stand September 2011.

Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts. ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European Public Assessment Reports.


ck



DAZ 2011, Nr. 43, S. 67

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