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Jeder achte Diabetiker muss zahlen

Seit 1. Oktober können nicht-insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern keine Blutzuckerteststreifen mehr zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden – ausgenommen, ihre Stoffwechsellage ist instabil. Nach einer Auswertung von Rezeptdaten durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) ist jeder achte Diabetiker von diesem Verordnungsausschluss betroffen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte im März den Verordnungsausschluss von Blutzuckerteststreifen für nicht-insulinpflichtige Patienten beschlossen. Grundlage hierfür war eine entsprechende Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Nun hat das DAPI erstmals Zahlen vorgelegt, die aufzeigen, wie viele Patienten von der Neuregelung betroffen sind. Dazu wertete das Institut GKV-Rezepte anonymisiert aus. Im Jahr 2009 erhielten danach 47 Prozent der Diabetiker Insulin – und zwar allein (20 Prozent der Patienten) oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen (27 Prozent). Die anderen 53 Prozent der Diabetiker wurden nicht mit Insulin, sondern mit anderen Diabetes-Medikamenten behandelt. Von diesen 53 Prozent nicht-insulinpflichtigen Typ 2-Diabetiker erhielt jeder Vierte Blutzuckerteststreifen – insgesamt war dies also etwa jeder achte Diabetiker.


dapi/lk



DAZ 2011, Nr. 43, S. 154

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