Arzneimittel und Therapie

Bromfenac gegen postoperative Augenentzündungen

Bromfenac (Yellox®) ist ein neues nicht-steroidales Antiphlogistikum für die Augenheilkunde. Es wird nach einer Kataraktoperation eingesetzt, um postoperative Entzündungen zu behandeln. Wegen seiner hohen Lipophilie reicht eine zweimal tägliche Applikation aus.
Bromfenac

Bromfenac ist ein nicht-steroidales Antiphlogistikum (NSAID), dessen entzündungshemmende Wirkung darauf zurückgeführt wird, dass es die Prostaglandinsynthese vor allem durch Hemmung der Cyclooxygenase 2 (COX-2) blockiert. Die Cyclooxygenase 1 (COX-1) wird nur in geringem Ausmaß gehemmt.

Gute Penetration in die Hornhaut

Das durch Bromierung des nicht-steroidalen Antiphlogistikums Amfenac entstandene Bromfenac zeichnet sich durch eine besonders hohe Lipophilie aus. Diese führt zu einer sehr guten Penetration und Absorption durch die Hornhaut und die dahinter liegenden Augengewebe. Nach einmaliger Applikation der Augenlösung erfolgt die Resorption innerhalb von 15 Minuten. Eine Einzeldosis führt nach 150 bis 180 Minuten zur Spitzenkonzentration im Kammerwasser; diese bleibt dann für zwölf Stunden erhalten. In den wesentlichen Augengeweben einschließlich der Retina waren bis zu 24 Stunden nach der Anwendung noch Bromfenac-Konzentrationen messbar.

Zweimal tägliche Applikation

Somit reicht eine zweimal tägliche Applikation aus, um die antiphlogistische Aktivität aufrecht zu erhalten. Dazu wird täglich ein Tropfen in das betroffene Auge appliziert, beginnend am Tag nach der Kataraktoperation und fortlaufend während der ersten zwei Wochen der postoperativen Phase.

Bromfenac scheint nicht messbar systemisch resorbiert zu werden: Nach zweimal täglicher Gabe von Bromfenac-Augentropfen war im Plasma kein Wirkstoff quantifizierbar.


Wirkt gegen Entzündungen

Bromfenac wurde in zwei randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudien bei mehr als 500 Patienten untersucht, die nach einer Kataraktoperation an einer Augenentzündung litten. Die Behandlung wurde etwa 24 Stunden nach der Operation begonnen und bis zu 14 Tage fortgesetzt. Die therapeutische Wirkung wurde bis zu 29 Tage beurteilt. Dabei wiesen 64% der Patienten unter der Behandlung mit Bromfenac nach zwei Wochen keine Entzündungszeichen mehr auf, unter Placebo war das nur bei 43% der Fall. Dieser Unterschied in dem Entzündungsrückgang zeigte sich bereits am dritten Tag.

Nebenwirkungen am Auge

Nebenwirkungen traten nur gelegentlich auf, insgesamt bei 3,4% der Patienten. Dazu gehören Fremdkörpergefühl im Auge, Augenjucken, -schmerzen und -rötung sowie leichte oder mittelschwere Hornhauterosion. Bei empfindlichen Patienten kann die kontinuierliche Anwendung topischer NSAIDs zu Epithelschäden und Schäden der Hornhaut führen, was das Sehvermögen gefährden kann. Daher sollten Patienten mit Anzeichen einer Schädigung des Hornhautepithels die Anwendung von topischen NSAIDs umgehend abbrechen und engmaschig auf den Zustand der Hornhaut überwacht werden.

Bei Patienten, bei denen durch Acetylsalicylsäure oder andere Arzneimittel mit hemmender Wirkung auf die Prostaglandinsynthetase Asthmaanfälle, Urtikaria oder eine akute Rhinitis hervorgerufen wurden, ist Bromfenac wegen der möglichen Kreuzsensibilität kontraindiziert. Bei der Behandlung von Personen, die früher auf diese Arzneimittel empfindlich reagiert haben, ist Vorsicht geboten!

Glucocorticoide mitVorsicht anwenden

Patienten, die weitere Augentropfen regelmäßig anwenden, sollten einen Zeitabstand zwischen den Gaben von mindestens fünf Minuten einhalten.

Die gleichzeitige Anwendung von anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika und topischen Glucocorticoiden kann die Heilung behindern. Bei Risikopatienten kann die gleichzeitige Anwendung von ophthalmischen Glucocorticoiden mit NSAIDs das Risiko für korneale Nebenwirkungen erhöhen. Bei Patienten mit komplizierten Augenoperationen, Hornhautdenervation, Epitheldefekten der Hornhaut, Diabetes mellitus, Erkrankungen der Augenoberfläche wie trockenem Auge, rheumatoider Arthritis oder mit wiederholten chirurgischen Eingriffen am Auge innerhalb kurzer Zeit sollten topische nichtsteroidale Antiphlogistika mit Vorsicht angewendet werden.

Am Auge verwendete NSAIDs können im Zusammenhang mit Augenoperationen verstärkte Blutungen des okulären Gewebes verursachen. Bromfenac sollte daher bei Patienten mit bekannter Blutungsneigung oder die andere Arzneimittel mit potenzieller Verlängerung der Blutungszeit erhalten, mit Vorsicht eingesetzt werden. Nach einer Kataraktoperation sollten generell keine Kontaktlinsen getragen werden, das gilt auch während der Behandlung mit den Bromfenac-Augentropfen.

Weil die Anwendung von Bromfenac-Augentropfen nicht zu messbaren Plasmakonzentrationen führt, dürfen stillende Frauen die Tropfen anwenden. In der Schwangerschaft wird die Anwendung allerdings nicht empfohlen.


Quelle

Fachinformation zu Yellox® , Stand Mai 2011


hel

Steckbrief: Bromfenac


Handelsname: Yellox

Hersteller: Dr. Gerhard Mann GmbH, Berlin

Einführungsdatum: 1. August 2011

Zusammensetzung: 1 ml Lösung enthält 0,9 mg Bromfenac (als Natrium-Sesquihydrat), entspricht etwa 33 µg Bromfenac in einem Tropfen. Sonstige Bestandteile: Borsäure, Borax, Natriumsulfit wasserfrei (E 221), Tyloxapol, Povidon, Benzalkoniumchlorid, Dinatriumedetat, Wasser für Injektionszwecke, Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung).

Packungsgrößen, Preise und PZN: 5 ml, 24,12 Euro, PZN 7663034.

Stoffklasse: Ophthalmologika, nicht-steroidale Antiphlogistika, ATC-Code: S01BC11.

Indikation: Behandlung der postoperativen Augenentzündung nach Kataraktextraktion bei Erwachsenen.

Dosierung: Zweimal täglich ein Tropfen in das (die) betroffene(n) Auge(n), beginnend am Tag nach der Kataraktoperation und fortlaufend während der ersten zwei Wochen der postoperativen Phase.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Bromfenac, einen der sonstigen Bestandteile oder andere nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs); Patienten, bei denen durch Acetylsalicylsäure oder andere Arzneimittel mit hemmender Wirkung auf die Prostaglandinsynthetase Asthmaanfälle, Urtikaria oder eine akute Rhinitis hervorgerufen wurden.

Nebenwirkungen: Abnormes Gefühl im Auge, Hornhauterosion (leicht oder mittelschwer), Augenjucken, Augenschmerzen, Augenrötung.

Wechselwirkungen: Die gleichzeitige Anwendung von nicht-steroidalen Antiphlogistika und topischen Glucocorticoiden kann das Potenzial für Heilungsstörungen erhöhen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen: Kreuzsensibilität gegen Acetylsalicylsäure, Phenylessigsäurederivate und andere NSAIDs ist möglich. Patienten mit Anzeichen einer Schädigung des Hornhautepithels sollten die Anwendung umgehend abbrechen und engmaschig auf den Zustand der Hornhaut überwacht werden. Vorsicht bei Patienten mit komplizierten Augenoperationen, Hornhautdenervation, Epitheldefekten der Hornhaut, Diabetes mellitus, Erkrankungen der Augenoberfläche wie trockenem Auge, rheumatoider Arthritis oder wiederholten chirurgischen Eingriffen am Auge innerhalb kurzer Zeit. Vorsicht bei Patienten mit bekannter Blutungsneigung oder bei Patienten, die andere Arzneimittel mit potenzieller Verlängerung der Blutungszeit erhalten. Die Patienten sollten während der Behandlung mit Yellox® keine Kontaktlinsen tragen.



DAZ 2011, Nr. 38, S. 42