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AOK startet Ausgabe der eGK

STUTTGART (jz). Die AOK Baden-Württemberg hat am 19. September den Versand der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gestartet. Zunächst sollen bis Ende 2011 die AOK-Versicherten, die bereits eine Versichertenkarte mit Bild besitzen, mit der neuen Karte versorgt werden – bis 2013 will die AOK ihre 3,8 Millionen Versicherten komplett ausgestattet haben.

Bereits im Jahr 2004 sollte die neue Gesundheitskarte eingeführt werden. Weil viele Jahre vor allem gestritten wurde, aber wenig geschah, beschloss der Gesetzgeber im GKV-Finanzierungsgesetz, das zum 1. Januar 2011 in Kraft trat, dass bis Ende 2011 alle Krankenkassen mindestens 10 Prozent ihrer Versicherten mit einer eGK ausgestattet haben müssen. Krankenkassen, die diese Frist nicht einhalten, droht eine zweiprozentige Kürzung der Verwaltungsausgaben für 2012. Dies hat für einige Aktivität unter den Krankenkassen gesorgt.

Auch bei der AOK Baden-Württemberg freut man sich über den nun anlaufenden Versand: "Die neue Karte ist ein Schritt in die weitere Modernisierung des Gesundheitswesens. Es wird aber darauf ankommen, die Karte sukzessive mit ihren sinnvollen Funktionen auszustatten, sodass sie ihren Zweck – mehr Effizienz und Transparenz im Gesundheitswesen – auch erfüllen kann", sagte Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg.

Gegenüber heute soll bei der neuen Karte ein deutlich verbesserter Datenschutz im Vordergrund stehen, betont die AOK. Neben einem Lichtbild, das Missbrauch verhindern soll, ist die Karte auch mit einem neuen Mikroprozessor ausgestattet. Dieser soll die auf ihm gespeicherten Daten besser schützen. Weitere Neuerungen hat die AOK bereits im Blick, beispielsweise eine Online-Mitgliedschaftsprüfung oder das elektronische Rezept – aber gerade Letzteres dürfte noch Zukunftsmusik sein. Diese Ergänzungen dürften aber auf keinen Fall zulasten der Versicherten gehen, forderte Hoberg. Der Datenschutz müsse auch zukünftig gewährleistet bleiben, und bei Ärzten und Krankenhäuser müssen die technischen Voraussetzungen lückenlos vorhanden sein.

Die AOK Baden-Württemberg führte bereits vor einigen Jahren das Bild auf der Versichertenkarte ein – 1,8 Millionen Lichtbilder habe man bereits. Dies helfe nun dabei die neue Karte fristgerecht bis Ende 2011 an 10 Prozent der Versicherten auszuliefern. Bis Ende 2011 sollen nun zuerst Versicherte eine eGK bekommen, deren Versichertenkarte bereits ein Bild besitzt und im 4. Quartal 2011 oder 1. Quartal 2012 abläuft. Ab 2012 werde die eGK nach und nach an alle anderen Versicherten ausgegeben.



DAZ 2011, Nr. 38, S. 30

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