Arzneimittel und Therapie

Abirateron zur Behandlung von Patienten mit Prostatakarzinom zugelassen

Die Europäische Kommission hat Abirateronacetat (Zytiga®) nach einem beschleunigten Verfahren zugelassen. Abirateron ist ein einmal täglich oral zu verabreichender Inhibitor der Androgenbiosynthese, der in Kombination mit Prednison oder Prednisolon zur Behandlung von metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC) bei Männern mit fortgeschrittener Erkrankung oder nach einer Chemotherapie auf Docetaxel-Basis zugelassen wurde.

Abirateron ist ein irreversibler Inhibitor des Enzyms Cytochrom P-17, das in der intrazellulären Produktion des Androgens Testosteron zentrale Bedeutung hat. Androgene können bei Prostatakrebs das Tumorwachstum anregen. Sie werden primär in den Hoden und den Nebennieren, bei Prostatakarzinompatienten jedoch auch im Tumorgewebe gebildet. Der neue Wirkstoff blockiert die Androgensynthese im gesamten Körper. Die Zulassung basiert unter anderem auf den Ergebnissen der COU-AA-301-Studie. Die randomisierte, placebokontrollierte multizentrische Phase-III-Studie zeigte, dass nach einer Behandlung mit Abirateron in Kombination mit Prednison oder Prednisolon bei einer Interimsanalyse im Rahmen einer Verlaufsuntersuchung nach 12,8 Monaten das Sterberisiko um 35% gesunken war und sich das mediane Gesamtüberleben gegenüber Patienten, die Placebo plus Prednison oder Prednisolon erhalten hatten, um 3,9 Monate (14,8 vs. 10,9 Monaten) verlängert hatte.

Bei einer aktualisierten Analyse (mit einer Verlaufsuntersuchung über 20,2 Monaten) stimmten die Ergebnisse mit denen aus der Interimsanalyse überein, wobei sich das mediane Gesamtüberleben im Vergleich beider Gruppen bei der Gruppe mit Abirateron um 4,6 Monate verlängert hatte. Die Wirkung von Abirateron und Prednison auf das Gesamtüberleben war bei allen Teilgruppen gleich.

Die Verträglichkeit des oralen Präparats wird auch für ältere Patienten als gut eingestuft. In der Studie wurden keine signifikant unterschiedlichen Toxizitäten zwischen Abirateron und Placebo beobachtet. Die häufigsten Nebenwirkungen von Abirateron sind periphere Ödeme, Hypokaliämie, Bluthochdruck und Infektionen der Harnwege.


ck



DAZ 2011, Nr. 37, S. 51

Das könnte Sie auch interessieren

Benefit neu zugelassener Krebsmittel wird infrage gestellt

Onkologika ohne Nutzen?

Erster Histon-Deacetylase-Inhibitor wird zusammen mit Bortezomib und Dexamethason eingesetzt

Panobinostat ergänzt Therapie bei multiplem Myelom

Gesamt- und progressionsfreies Überleben bei Mutation-positivem Tumorstatus verlängert

Vemurafenib bei Hautkrebs

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.