DAZ aktuell

Hilfe für traumatisierte Frauen

DADAAB (gg/ral). Von "unglaublichen Zuständen in der Dürreregion" spricht Thomas Laackmann, Einsatzleiter bei der Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany e. V., wenn er über seinen aktuellen Einsatz im Flüchtlingslager Dadaab berichtet. Das Expertenteam bringt Medikamente und medizinische Ausrüstung nach Kenia. Dabei ist auch eine umfangreiche Medikamentenlieferung, die Apotheker Helfen e. V. finanziert hat.

Im Fokus der aktuellen Mission steht die medizinische Hilfe für Frauen und Kinder. So reagiert I.S.A.R. Germany auf das tragische Schicksal vieler weiblicher Flüchtlinge. Viele Frauen wurden auf dem Weg ins Lager vergewaltigt und brauchen dringend eine medizinische Versorgung. Andere mussten mit ansehen, wie ihre Kinder unterwegs an Entkräftung starben. Viele Frauen und Kinder sind schwer traumatisiert.

Auf deren besondere Bedürfnisse sei auch die Arzneimittelspende ausgerichtet, berichtet Dr. Gerhard Gensthaler, Geschäftsführer von Apotheker Helfen e. V. in München. Die Bedarfslisten, die die Ärzte des GIZ Hospital Dadaab Refugee Camps zusammengestellt haben, enthielten nicht nur Analgetika, Antibiotika, Wurmmittel und Antimalariamittel, sondern auch viele Arzneimittel für den gynäkologischen Bedarf. "Die Ärzte fragten vor allem nach Wundsalben, Desinfizientien und wehenfördernden Mitteln. Bei den Infusionslösungen ist Glucose 5 Prozent besonders wichtig."

Traumatisiert sind viele Frauen, die Thomas Laackmann im Flüchtlings­lager Dadaab antrifft.

Das I.S.A.R.-Expertenteam aus Ärzten und Technikern bringt zudem ein Ultraschallgerät, eine gynäkologische Untersuchungsliege und OP-Lampen sowie eine Ausstattung zur Geburtshilfe in das Flüchtlingslager an der Grenze zu Somalia. Im GIZ-Hospital (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) kommen jeden Tag rund 20 Kinder zur Welt. Mit der Ausrüstung kann die Arbeit der Ärzte vor Ort deutlich verbessert werden. Hoch kalorische Spezialnahrung soll die Genesung von stark unterernährten Kindern unterstützen.

Das I.S.A.R.-Team wird auch außerhalb des Flüchtlingslagers arbeiten. So wird ein Teil der Medikamente und der Ausrüstung in umliegende kenianische Dörfer gebracht, denn die einheimische Bevölkerung ist ebenfalls von der Dürrekatastrophe betroffen. In den Dörfern ist die medizinische Versorgung sehr mangelhaft. Unterstützt wird diese Hilfsaktion neben der Organisation Apotheker helfen e. V. aus München, vom Medikamentenhilfswerk Action medeor aus Tönisvorst, der Firma Headwayholding aus Landshut, der Fluggesellschaft Condor und zahlreichen Privatpersonen.

Apotheker Helfen e. V. bittet Sie weiterhin dringend um Ihre Spenden.


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BLZ 300 606 01

Deutsche Apotheker- und Ärztebank e.G. München

Neben Wasser und Lebensmitteln benötigen die meisten Flüchtlinge auch medizinische Hilfe.
Fotos: Apotheker Helfen e. V.

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