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FIP und WHO wollen gemeinsam Tuberkulose bekämpfen

HYDERABAD (diz). Mit einer einzigartigen Initiative wollen der Weltapothekerverband (FIP) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die vor allem in Entwicklungsländern grassierende Tuberkulose-Epidemie bekämpfen. Zu diesem Zweck unterzeichneten sie zum Auftakt des 71. FIP-Kongresses in Hyderabad, Indien, am 4. September ein gemeinsames Statement mit dem Motto "Stop TB".
Fotos: DAZ/diz
Stop TB Dr. Hiroki Nakatani, WHO Assistant Director-General für HIV/AIDS, und Michael Buchmann, Präsident der FIP, unterzeichneten die WHO-FIP-Initiative zur Bekämpfung der ­Tuberkulose .

Das Statement sieht eine Reihe verschiedenster Maßnahmen vor, um Tuberkulose-Kranke zu erkennen, die TB-Patienten einer raschen Therapie zuzuführen und die Zahl der Todesfälle durch TB deutlich zu reduzieren. Erreicht werden soll dies u. a. durch die Unterstützung des FIP-Netzwerkes von zwei Millionen Apothekern und pharmazeutischen Wissenschaftlern weltweit. Sie sollen in die nationalen TB-Programme und -Kontrollen eingebunden werden.

Die Tuberkulose gehört nach wie vor zu den am weitesten verbreiteten oft tödlich verlaufenden Infektionen. 1,7 Millionen Todesfälle gingen 2009 auf das Konto der TB, allein 300.000 davon in Indien. FIP und WHO sind zuversichtlich, den Kampf gegen die TB erfolgreich aufnehmen zu können, denn Patienten können heutzutage erfolgreich mit einer halbjährigen Arzneimitteltherapie behandelt werden. Apotheker können bei dieser Behandlung, so die FIP, eine wichtige Rolle spielen, da sie die Erkrankten mit als erster sehen, vor allem in den Ländern mit einer hohen Ansteckungsrate.

Auch die WHO ist der Auffassung, dass die Apotheker die Schaltstelle für einen erfolgreichen TB-Gesundheitsdienst sein können. Die WHO geht davon aus, dass diese vereinbarte Zusammenarbeit mit dem pharmazeutischen Netzwerk viele TB-Erkrankte eher einer medikamentösen Behandlung zuführen kann. Der FIP-Präsident Dr. Michael Buchmann hob hervor, dass die FIP die WHO dabei unterstützen werde, nationale Tuberkulose-Programme auf den Weg zu bringen, auch im Hinblick, TB und die multi-arzneimittelresistenten Formen der TB weltweit einzudämmen.


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Tuberkulose – einige Fakten


1,7 Mio. Menschen starben 2009 an TB, einschließlich 380.000 Menschen mit HIV

Die Rate der TB-Todesfälle ist seit 1990 um 35 Prozent gesunken

Noch immer ist TB weltweit die dritthäufigste Todesursache von Frauen zwischen 15 und 44 Jahren.

9,4 Mio. neue TB-Fälle wurden 2009 gezählt.

Die multiarzneimittelresistente Form der TB (multidrugresistant TB, MDR-TB) ist eine Form der TB, die nur schwer behandelbar und kostenintensiv ist.

Im Jahr 2008 gab es schätzungsweise 440.000 neue MDR-TB-Fälle

Man geht davon aus, dass 2009 etwa 3,3% aller neuen TB-Fälle multiarzneimittelresistent sind.

Weitere Informationen hierzu unter www.who.int/tb

Am Kongress des Weltapothekerverbands FIP, der vom 3. bis 8. September in der indischen Metropole Hyderabad stattfand, nahmen in diesem Jahr rund 2000 Apothekerinnen und Apotheker aus 98 Ländern teil. 

Der Weltapothekerverband Seinen 71. Kongress veranstaltete der Weltapothekerverband FIP vom 3. bis 8. September in Hyderabad, Indien.

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