Prisma

Fehlerhafte Wachstumssignale stoppen

Überaktive Signale eines Wachstumsfaktors fördern die akute lymphatische Leukämie. Das haben jetzt Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum entdeckt.

Fehlerhafte Wachstumssignale spielen bei zahlreichen Krebserkrankungen eine Rolle. Auch bei der akuten T-Zell-Leukämie (T-ALL) wird das bösartige Zellwachstum von einem Wachstumsfaktor angetrieben, dem "insulinähnlichen Wachstumsfaktor 1" (IGF1). Heidelberger Forscher fanden jetzt heraus, dass hier zu viele IGF1-Rezeptoren vorhanden sind. Die Leukämiezellen werden dadurch besonders empfindlich für die Signale des IGF1. Blockierten die Wissenschaftler den IGF1-Rezeptor mit spezifischen Hemmstoffen oder schalteten das Gen für den Rezeptor aus, stellten die Blutkrebszellen das Wachstum ein. Das funktionierte sowohl bei Krebszellen von Mäusen als auch bei Leukämiezellen des Menschen.

Die Blockade des IGF1-Signals stoppte aber nicht nur das Wachstum der Krebszellen. Auch die gefährlichen Krebsstammzellen verloren ihre Fähigkeit, sich selbst zu erneuern.

Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Behandlung.


hel


Medyouf, H. et al.: J. Exp. Med. 2011, Online-Vorabpublikation, DOI:10.1084/jem.20110121



DAZ 2011, Nr. 34, S. 6

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