Arzneimittel und Therapie

Bardoxolon bessert Nierenfunktion bei Diabetikern

Bardoxolon ist ein neuer Wirkstoff, der das Fortschreiten der Niereninsuffizienz beim Typ-2-Diabetes mellitus verlangsamen soll. In einer Phase-II-Studie konnte die tägliche Einnahme von Bardoxolon die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bei Typ-2-Diabetikern steigern.
Bardoxolon

Das Fortschreiten der Niereninsuffizienz beim Typ-2-Diabetes mellitus gilt in Industrieländern als die häufigste Ursache für Dialyse und Nierentransplantation. Bardoxolon ist ein chemisches Derivat der Oleanolsäure, die in vielen Pflanzen vorkommt. Der neue oral verfügbare Wirkstoff wirkt als Antioxidant Inflammation Modulator (AIM). In der Zelle aktiviert er den sogenannten Keap1-Nrf2-Stoffwechselweg, der eine wichtige Rolle bei der Nierenfunktion zu haben scheint.

Die Hersteller Reata aus Irving/Texas und Kyowa Hakko Kirin aus Tokio führten eine Phase-II-Studie durch: Bardoxolone Methyl Treatment: Renal Function in CKD/Type 2 Diabetes (BEAM-Studie). An dieser Studie nahmen an 43 Zentren in den USA 227 Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und einer mittelgradigen bis schweren chronischen Nierenerkrankung (glomeruläre Filtrationsrate GFR 20 bis 45 ml/min/1,73 m2) teil. Sie wurden in einer Dosisfindungsstudie täglich mit 25, 75 oder 150 mg Bardoxolon oder mit Placebo behandelt.

Bereits unter der niedrigsten Dosis kam es in den ersten Therapiewochen zu einem Anstieg der glomerulären Filtrationsrate, der im Verlauf der Studie erhalten blieb. Der primäre Endpunkt (glomeruläre Filtrationsrate nach 24 Wochen) lag unter der Therapie mit Bardoxolon um 8,2 ml höher als unter Placebo. In den beiden anderen Gruppen stieg die glomeruläre Filtrationsrate um 11,4 ml und 10,4 ml. Die Besserung hielt bis zum Ende der Therapie nach 52 Wochen und in den höheren Dosierungen sogar noch in den ersten vier Wochen nach Therapieende an. Unter Placebo fiel die glomeruläre Filtrationsrate bei 19% der Patienten um mehr als 25% ab, unter Bardoxolon dagegen nur bei 9%.

Dabei kam es zu gastrointestinalen Nebenwirkungen, wie Diarrhö, Appetitmangel und Übelkeit, sowie zu Muskelkrämpfen, die schon bei der niedrigsten Dosierung bei 42% der Patienten auftraten. Außerdem traten erhöhte Leberwerte auf: Die Aminotransferase stieg bei 11% der Patienten in den ersten vier Wochen auf mehr als das Dreifache des oberen Werts, später normalisierten sich die Werte wieder. Aus diesem Grund wurde die tägliche Dosis in der derzeit laufenden Phase-III-Studie mit 1600 Patienten auf 20 mg begrenzt. Die Ergebnisse dieser Studie sollen im Juni 2013 vorliegen.


Quelle

Pergola, P., et al.: N. Engl. J. Med. 2011; Online: doi: 10.1056/NEJMoa1105351.


hel



DAZ 2011, Nr. 34, S. 45

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