Prisma

Wie Mäuse zu Glatzen kommen

Eine überraschende Entdeckung haben Biochemiker der Universität Bonn gemacht. Sie schalteten in Mäusen ein Gen aus, um zu sehen, welche Rolle es für die Signalweiterleitung im Gehirn spielt. Die Folge war aber Haarausfall.

Die weiße Substanz im Gehirn und Rückenmark ist ausschlaggebend für eine rasche Signalweiterleitung. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Fettsäure-2-Hydroxylase (FA2H). Sie ist für die Bildung einer Gruppe von Sphingolipiden verantwortlich, die in großen Mengen in der weißen Substanz vorkommen. Das Enzym wird durch ein Gen codiert, das die Bonner Forscher in Mäusen abschalteten, um die genaue Funktion der Lipide zu erforschen. Das Ergebnis überraschte: Neben einer eher geringen Beeinträchtigung im Gehirn kam es vor allem zu Störungen des Fells: dünnes Haarkleid und zyklischer Haarausfall. Die Bonner Forscher schließen daraus, dass FA2H an ganz unterschiedlichen Stellen des Stoffwechsels eine Funktion ausübt. Die Ergebnisse lassen sich aber vermutlich nicht auf den Menschen übertragen.


ral


Quelle: Pressemitteilung der Universität Bonn vom 12. 8. 2011



DAZ 2011, Nr. 33, S. 6

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