Aus der Hochschule

Preise für Nachwuchswissenschaftler

Das Institut für Pharmazie der Universität Hamburg und die Niemann-Stiftung in Hamburg haben erstmals herausragende Doktorarbeiten von Pharmazeuten mit dem Niemann-Innovationspreis ausgezeichnet. Den festlichen Rahmen der Preisverleihung bildete der Tag der Pharmazie am 8. Juli.
Foto: Christian Hoffmann, Apothekerkammer Hamburg
Preisverleihung: Dirk Schoch (Niemann-Stiftung) und Prof. Dr. Dorothee Dartsch mit den Preisträgern Dr. Mirja Reichel, Dr. Kristina Bahr und Dr. Thomas Lutz (von links).

Viel Lob von vielen Seiten

Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg, sagte in seinem Grußwort: "In diesem Institut werden weiterhin trotz erschwerter Bedingungen Apothekerinnen und Apotheker ausgebildet, in diesem Institut wird mit Erfolg wissenschaftlich gearbeitet. Die Hamburger Pharmazie lebt!" Das Lob verband er mit der Mahnung, innerhalb der Pharmazie zusammenzuhalten und die Eigenständigkeit des Faches auch bei fächerübergreifenden Vernetzungen zu erhalten. Großen Forschungsbedarf sah er bei der klinischen und patientenorientierten Pharmazie.

Prof. Dr. Gerrit Luinstra, Leiter des Fachbereichs Chemie, beglückwünschte die Pharmazie zu dem Nachwuchs-Förderprojekt und sagte, die Pharmazie befinde sich aktuell in einer Stressphase, die aber der Leistung keinen Abbruch tue. Er erinnerte daran, dass der Fachbereich Chemie die Lehrveranstaltung Klinische Pharmazie von Prof. Dr. Dorothee Dartsch als beste Pflichtlehrveranstaltung im Fachbereich Chemie ausgezeichnet hat und dass eine Doktorandin aus ihrer Arbeitsgruppe sowohl den Promotionspreis der ADKA als auch den Forschungspreis Intensivmedizin erhalten hat. Laut Luinstra ist die Pharmazie der am besten funktionierende Studiengang im Fachbereich Chemie, vielleicht sogar in der gesamten Universität Hamburg. Zum Schluss gab er die erfreuliche Nachricht bekannt, dass Prof. Dr. Wolfgang Maison, Gießen, den Ruf auf die W3-Professur für Pharmazeutische Chemie angenommen hat und die Nachfolge von Prof. Dr. Detlev Geffken antreten wird.

Die Niemann-Stiftung

Die Entstehung und die Ziele der Niemann-Stiftung stellte deren Vorstandsvorsitzender Thomas Meier vor. Stifter war Johann Heinrich Niemann, der über lange Zeit die Apotheke am Rathaus leitete. Wichtigstes Anliegen der Stiftung ist die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern in den Gebieten Pharmakologie und Pharmazie, von "Menschen, die wissbegierig sind, Fragen stellen, forschen, reisen". Dies hat die Stiftung dazu bewogen, in Kooperation mit dem Hamburger Institut für Pharmazie Kongressreisen von Doktoranden zu unterstützen und sehr gute Doktorarbeiten zu prämieren. Meier lobte die Qualität der eingereichten Arbeiten, die der Jury die Wahl nicht leicht und die Entscheidung denkbar knapp gemacht haben.

Der Jury gehören neben den Hamburger Professoren Duchstein, Heisig, Mielck, Oetjen und Dartsch auch Vertreter der Wissenschaftsbehörde, der Apothekerkammer, der Handelskammer und der Niemann-Stiftung selbst an.

Als Geschäftsführender Direktor des Instituts für Pharmazie dankte Prof. Dr. Hans-Jürgen Duchstein der Niemann-Stiftung für die hervorragende Zusammenarbeit. Er freute sich über die zusätzliche Motivation der Nachwuchswissenschaftler, die künftig mit einem respektablen Geldbetrag gefördert werden.

Ausgezeichnete Arbeiten

Den ersten Preis, dotiert mit 1500 Euro, erhielt Dr. Kristina Bahr (Pharmazeutische Biologie) für ihre Dissertation mit dem Titel "In-vitro-Selektion und molekulare Charakterisierung Tigecyclin-resistenter Mutanten von Escherichia coli". Ihre Ergebnisse tragen entscheidend zum Verständnis der Resistenzentwicklung gegen das Antibiotikum Tigecyclin bei.

Der zweite, mit 1000 Euro dotierte Preis ging an Dr. Thomas Lutz (Pharmazeutische Chemie) für seine Dissertation "Untersuchung zu antiatherosklerotischen Mechanismen des Angiotensin II-Subtyp 2-Rezeptors". Lutz konnte zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen genetischen Veränderungen verschiedener Angiotensin-Rezeptoren und der Atherosklerose (also auch der koronaren Herzkrankheit) besteht.

Den dritten, mit 500 Euro dotierten Preis erhielt Dr. Mirja Reichel (Pharmazeutische Biologie) für ihre Dissertation "Mikrobiologische Grundlagenuntersuchungen und in vivo-Wirksamkeitsstudien zur Optimierung der Hautantiseptik". Reichel untersuchte, welche antiseptischen Verfahren am wirksamsten die bakterielle Flora der Haut reduzieren.

Zwei Kongressreise-Stipendien wurden an Goentje-Gesine Marquardt und Damaris Nehrdich (beide Klinische Pharmazie) vergeben.

Posterausstellung

In der "Arbeitspause" zwischen den Vorträgen der Preisträger präsentierten Doktorandinnen und Doktoranden der Pharmazie in einer Posterausstellung ihre aktuellen Forschungsergebnisse und erhielten eine erfreulich große Resonanz.

Im musikalischen Rahmenprogramm spielte das Klarinettentrio der Musikhochschule Hamburg unter der Leitung von Prof. Alexander Bachl Divertimenti von Mozart. "Heute haben wir besonders viel Wissenschaft und sehr gute Forschungsleistungen durch junge Nachwuchswissenschaftler vorgestellt bekommen. Wir haben gelernt: Pharmazie lohnt sich!", resümierte Duchstein.


Quelle: Universitat Hamburg



DAZ 2011, Nr. 28, S. 79

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