Aus der Hochschule

Exkursion ins Deutsche Apotheken-Museum

Am 9. Juni besuchten Pharmaziestudierende des 2. Fachsemesters und Teilnehmer des Graduiertenstudiums "Geschichte der Pharmazie" der Universität Marburg mit PD Dr. Sabine Anagnostou das Deutsche Apotheken-Museum im Heidelberger Schloss.
Marburger Pharmaziestudierende mit PD Dr. Sabine Anagnostou (rechts) im Schlosshof vor dem Eingang zum Deutschen Apotheken-Museum.

Unter kompetenter Führung der Mitarbeiter des Museums unternahmen die Studierenden einen Streifzug durch die Geschichte des altehrwürdigen Apothekerberufs. Dabei machten sie sich mit der Entwicklung der abendländischen Materia medica ebenso vertraut wie mit den Arbeitstechniken vergangener Jahrhunderte einschließlich der Labortätigkeiten, mit der Ausstattung und Gestaltung von Apothekenräumen, mit Werbemaßnahmen und Apothekenwahrzeichen. Themen der Arzneimittelgeschichte waren u. a. das einstige Allheilmittel Theriak, der wohl auf die längste ungebrochene Tradition in der europäischen Pharmazie zurückblicken kann, die sagenumwobene Alraune, der man magische Kräfte zuschrieb, und die mexikanische Cochenille.

Für die Studierenden war es eine beeindruckende Erfahrung, dass sie in der Material- und Kräuterkammer selbst Hand anlegen durften; sie zerstießen Wurzeldrogen in einem großen Mörser, probierten das Wiegen mit einer Balkenwaage aus, zerkleinerten Zuckerblöcke und erhielten so einen Eindruck von der stark handwerklich geprägten Apothekertätigkeit vergangener Jahrhunderte. Im Laboratorium informierten sie sich anhand von Retorten, Destillierhelmen, Tinkturenpressen, Salbenmühlen, Schmelztiegeln und des nachgebauten Destillierofens aus dem 16. Jh. (Athanor oder "Fauler Heinz") über einstige Techniken der Arzneimittelherstellung.

Fotos: privat
Die Material- und Kräuterkammer im Deutschen Apotheken-Museum.

Die angehenden Doktoranden des Instituts für Geschichte der Pharmazie studierten unter der fachkundigen Führung der Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Huwer die Ausstellung nicht nur unter pharmaziehistorischen Aspekten, sondern erhielten auch einen Einblick in das Museumskonzept, Sammlungsschwerpunkte und Informationsvermittlung. Ein weiteres Highlight war die Museumsbibliothek mit ihren Kräuterbüchern, Arzneibüchern sowie Werken zur Pharmakognosie, Botanik und Chemie.

Die Exkursion in das Deutsche Apotheken-Museum war für uns alle ein besonderes Erlebnis; wir danken Frau Dr. Elisabeth Huwer und ihren Mitarbeitern für den herzlichen Empfang und die hervorragenden Führungen.


Sabine Anagnostou, Marburg



DAZ 2011, Nr. 25, S. 69

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