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55 Prozent lehnen Pflege-Riester ab

Mehr als die Hälfte der Deutschen (54,6 Prozent) lehnt eine verpflichtende private Pflege-Zusatzversicherung ab, wie sie von der schwarz-gelben Koalition in Berlin erwogen wird. Das geht aus einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will noch in diesem Sommer Eckpunkte für die Pflegereform vorlegen, die 2012 verabschiedet werden soll. Im Koalitionsvertrag heißt es, man brauche "neben dem bestehenden Umlageverfahren eine Ergänzung durch Kapitaldeckung, die verpflichtend, individualisiert und generationengerecht ausgestaltet sein muss."

In der Koalition herrscht zu dem Vorhaben in vielen Punkten noch Uneinigkeit. Die Bürger sind sich dagegen mehrheitlich einig: Zwei Drittel der Befragten (65,7 Prozent) sprachen sich gegen die Einführung pauschaler Zusatzbeiträge aus. Für die Erhebung wurden 1600 gesetzlich Versicherte befragt. Auch der Vorschlag, bei höheren Ausgaben künftig ausschließlich die Versicherten, nicht aber den Arbeitgeber in die Pflicht zu nehmen, wird mehrheitlich abgelehnt (64 Prozent). Nur 10,3 Prozent der Befragten unterstützten diese Idee. Der AOK zufolge wünschen sich die meisten Befragten mehr Leistungen durch die Pflegeversicherung. 84,3 Prozent sind dafür, dass pflegende Angehörige künftig besser unterstützt werden. Nur ein Fünftel der Befragten hält den derzeitigen Versicherungsschutz für ausreichend.


dpa/ral



DAZ 2011, Nr. 25, S. 108

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