Prisma

Autismus an den Genen ablesen

Die Aktivität verschiedener Gene unterscheidet sich bei Autisten nachweislich von der Genaktivität gesunder Menschen. Zwei Hirnareale sind aktuellen Untersuchungen zufolge dabei im Fokus.

Bei der Post-mortem-Untersuchung von 19 Patienten mit Autismusspektrums-Störungen fiel Wissenschaftlern um Daniel Geschwind, Universität Los Angeles, auf, dass sich besonders zwei Hirnareale von denen gesunder Menschen unterscheiden. Die beiden Gebiete umfassen zwei Gruppen von Genen. Die erste Gruppe besteht aus insgesamt 209 Genen, die für die Funktion und das Zusammenspiel der Neurone wichtig ist. Hier fanden die Forscher eine verminderte Aktivität. Innerhalb dieser Gruppe befindet sich auch ein Gen, FOX-1, das bereits aus früheren Studien als "Risikogen" im Zusammenhang mit Autismus bekannt ist. Die zweite Gruppe besteht aus 235 Genen, die für das Immunsystem wichtig sind. Im Gegensatz zur ersten Gruppe fanden die Forscher hier eine vermehrte Aktivität, was auf eine Beteiligung des Immunsystems bei Autismus schließen lässt.

sk


Quelle: Voineagu, I. et al.: Nature, Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1038/nature10110



DAZ 2011, Nr. 23, S. 6

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