DAZ aktuell

Arzt-Apotheker-Kooperation verbessern

MÜNCHEN (wipig/daz). Das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen und die Deutsche Apotheker Zeitung schreiben in diesem Jahr erneut den Präventionspreis "hauptsache prävention" aus. Für alle präventionsaktiven Ärzte und Apotheker wird zudem erstmals von der Bayerischen Landesärztekammer und der Bayerischen Landesapothekerkammer der Sonderpreis "Beste Kooperation Arzt/Apotheker im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung" ausgeschrieben.
Dr. Heidemarie Lux

Über die gemeinsame Aktion der beiden Heilberufekammern sprachen wir mit Dr. Heidemarie Lux, 1. Vizepräsidentin der Bayerischen Landesärztekammer, Fachärztin für Innere Medizin, Nürnberg. 

DAZ: Prävention ist ein wichtiger Faktor in unserem Gesundheitswesen. Was leisten die bayerischen Ärzte heute schon auf dem Gebiet der Prävention und Gesundheitsförderung? Welche Präventionsleistungen erbringen die Ärzte? 

Lux: Prävention ist eine zentrale und wichtige Aufgabe. Ärztinnen und Ärzte leisten in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich bereits eine ganze Menge. Das beginnt bei der primären Prävention in der täglichen Sprechstunde mit Beratungsgesprächen, führt über die sekundäre Prävention mit Diagnostik bis hin zu den Früherkennungsuntersuchungen. Ein wichtiger Baustein in der Prävention ist auch das Impfen und die entsprechende Aufklärung der Patienten. Mit Informationsveranstaltungen für Patienten oder Gesundheitsförderungs- und Präventionskampagnen in Betrieben und Schulen wird die Bevölkerung informiert. Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) wirkt zudem landes- und bundesweit an Kampagnen rund um Prävention und Vorsorge mit.


DAZ: Lassen sich die Aktivitäten hier noch verstärken?

Lux: Ja, durch stärkere Anreize für Ärzte, sich im Bereich der primären Prävention in ihrer Praxis (z. B. Tabakentwöhnung) oder außerhalb der Praxis (z. B. für Vorträge in Schulen) zu engagieren. Langfristig wünsche ich mir, dass das Engagement von Ärzten sich auch finanziell rechnet.


DAZ: Zusammen mit der Bayerischen Landesapothekerkammer loben Sie nun einen Sonderpreis aus, der die "Beste Kooperation Arzt/Apotheker im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung" sucht. Was hat die Ärztekammer zu diesem Schritt bewogen?

Lux: Mit diesem gemeinsamen Preis möchte die BLÄK die Kooperation zwischen den beiden Berufsgruppen Ärzte und Apotheker im Sinne einer Patientenversorgung auf hohem Niveau verbessern. Gerade im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung kann eine funktionierende Kooperation ein wertvoller Erfolgsfaktor sein.


DAZ: Was verspricht sich die Landesärztekammer davon?

Lux: Hauptziel ist die Stärkung der Prävention. Mit diesem Preis sollen Anreize in der primären Prävention gesetzt werden. Spannend ist, welche Synergieeffekte aus der Zusammenarbeit mit anderen Heilberufen geschöpft werden können.


DAZ: Verstehen Sie dies auch als Schritt hin zu einer (noch) besseren Zusammenarbeit zwischen den beiden Heilberufen Arzt und Apotheker?

Lux: Auf alle Fälle. Ich würde mich sehr freuen, wenn eine stabile Kooperation weitere Früchte tragen würde.


DAZ: Frau Dr. Lux, vielen Dank für das Gespräch.

Präventionspreis 2011


Sind Sie ein präventionsbegeistertes Team oder eine Einzelperson? Dann bewerben Sie sich mit Ihren Projekten, Ideen oder Kooperationskonzepten zum Thema Prävention und Gesundheitsförderung mit Bezug zur Apotheke bis zum 19. September 2011.

Weitere Informationen, Teilnahmebedingungen und Bewerbungsformulare zum Präventionspreis 2011 finden Sie im Internet unter www.wipig.de


Buchtipp: hauptsache prävention!


Im Deutschen Apotheker Verlag ist anlässlich des Präventionskongresses 2010 die Dokumentation der Arbeiten des ersten Präventionspreises erschienen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, Präventionsleistungen in seiner Apotheke anzubieten, wird hier zahlreiche Anregungen finden.

Das Buch "hauptsache prävention!" kann über die Buchhandlung des Deutschen Apotheker Verlags zum Preis von 9,90 Euro bezogen werden.









DAZ 2011, Nr. 21, S. 24