Prisma

Das Herz kann Kopfschmerzen machen

Die Ursachen für Migräne bei Kindern können vielfältig sein. US-amerikanische Forscher haben aktuell einen neuen möglichen Risikofaktor gefunden: das persistierende Foramen ovale.

Dr. Rachel McCandless und ihre Kollegen untersuchten rund 100 Kinder im Alter zwischen sechs und achtzehn Jahren, die unter Migräne litten. Von jedem Kind erstellten sie ein Echocardiogramm, mit dem das kleine Loch zwischen den beiden Herzvorhöfen erkennbar ist. Das Foramen ovale verschließt sich normalerweise wenige Tage bis Wochen nach der Geburt. Erfolgt der Verschluss nicht, spricht man von einem persitierenden Foramen ovale (PFO). Durch dieses Loch umgeht CO2-haltiges Blut den Lungenkreislauf und gelangt erneut in den großen Körperkreislauf. In den meisten Fällen ist die Blutmenge sehr gering und beeinträchtigt den Körper kaum. Die aktuelle Studie weist nun jedoch auf einen Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen hin. Für die Studienautoren besonders auffällig war die Tatsache, dass die Hälfte der kleinen Migränepatienten mit Aura ein PFO besaßen, während es nur bei einem Viertel der Kinder mit Migräne ohne Aura diagnostiziert werden konnte.


sk


Quelle: J. Pediat., Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1016/j.jpeds.2011.01.062



DAZ 2011, Nr. 16, S. 6

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