GD-Jahrestagung

Wirkung von Dexpanthenol genanalytisch belegt

Lange etablierte Wirkstoffe werden eher selten mit neuen Methoden untersucht. Doch für Dexpanthenol konnten durch Analyse der Genexpression neue Belege für die Mechanismen des wundheilungsfördernden Effektes gefunden werden. Prof. Dr. Dr. Ehrhardt Proksch, Kiel, und Prof. Dr. Jens Malte Baron, Aachen, stellten die Ergebnisse in einem Firmensymposium vor.

Die intakte Haut bildet nach außen eine Barriere gegen schädigende Einflüsse und schützt zugleich nach innen vor starkem Wasserverlust. Eine Wunde stellt eine maximale Schädigung dieser Funktionen dar und erhöht insbesondere die Infektionsgefahr. Bei einer akuten Verletzung besteht das vorrangige Ziel in einer möglichst guten Wiederherstellung der ursprünglichen Funktion. Dazu gehört auch, eine übermäßige Narbenbildung zu verhindern. Dies wird nach Erkenntnissen von Proksch durch das rechte Maß an Feuchtigkeit gefördert.

Bei gewöhnlichen Wunden seien nicht die besonders feuchte Wundversorgung und nicht der besonders schnelle Verschluss gefragt, sondern die möglichst "geordnete" Heilung. Dafür empfiehlt Proksch eine semi-okklusive Versorgung mit einer semi-okklusiven Folie oder einer geeigneten halbfesten Zubereitung. Günstige Effekte konnte Proksch mit der Grundlage der Bepanthen® Wund- und Heilsalbe feststellen, besonders hinsichtlich der Barrierereparatur. Gegenüber dem reinen Vehikel fand er mit der kompletten Dexpanthenol-haltigen Zubereitung weitere Verbesserungen beim Wassergehalt und bei den lamellären Lipidstrukturen des Stratum corneum. Aus seinen Ergebnissen folgerte Proksch, dass Dexpanthenol die Wundheilung und die Barrierereparatur signifikant verbessern und beschleunigen kann.

Neue Erkenntnisse über die molekularen Hindergründe der Wirkung von Dexpanthenol stellte Baron vor. Bei In-vitro-Tests hat er beobachtet, dass sich dermale Fibroblasten nach künstlichen Verletzungen und einer Versorgung mit Dexpanthenol innerhalb von 20 Stunden schließen, während sie ohne Dexpanthenol noch nach Tagen geöffnet sind. In proliferierenden humanen dermalen Fibroblasten reguliert Dexpanthenol zahlreiche Gene mit Bedeutung für die Wundheilung, darunter die Gene für IL‑6, IL-8 und Hämoxygenase-1. Diese Ergebnisse wurden in klinischen Untersuchungen bestätigt. Dabei wurden Hautproben von Patienten hinsichtlich ihrer Genregulation untersucht. Mit Dexpanthenol waren nach einem Tag 28, nach drei Tagen 95 und nach sechs Tagen 63 Gene signifikant anders reguliert als bei Patienten, die nur mit der Grundlage behandelt wurden. Angesichts des Verlaufs der Wundheilung sei das Maximum am dritten Tag plausibel.

Nach Einschätzung von Baron sind die meisten regulierten Gene inhaltlich eng miteinander in einem Netzwerk verknüpft und für die Wundheilung förderlich. Gesteigert wird beispielsweise die Expression von CYP1B1, CCL18, CCR1, CXCL1, IL-1β und IL-6. Außerdem werden die keratinassoziierten Gene deutlich hochreguliert. Die Ergebnisse wurden mit verschiedenen genanalytischen Verfahren bestätigt.

In der Studie wurde die Salbe zweimal täglich aufgetragen. Proksch empfiehlt den Beginn der Behandlung nach dem ersten dünnen Wundverschluss, also sobald die Blutung "steht". Zur Verbesserung der Narbenbildung könne eine Behandlung über bis zu ein Jahr begründet werden. Prof. Dr. Hans Merk, Aachen, betonte als Ergebnis, dass die Anwendung von Dexpanthenol bei oberflächlichen Haut- und Schleimhautschäden auf übereinstimmende Ergebnisse der In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen gestützt wird.

Inhaltsverzeichnis "GD-Jahrestagung 2011":




DAZ 2011, Nr. 15, S. 66

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